Wirsing – gesund und lecker

Lockere, krause Blätter und zart im Biss – Wirsing schmeckt besonders fein und ist das ganze Jahr über erhältlich. Im Winter ist Wirsing vor allem für solche Verbraucher bedeutsam, die Wert auf regionale, gesunde Produkte legen. Ähnlich wie andere Kohlsorten ist Wirsing reich an Vitaminen und wertvollen Mineralstoffen – und bereichert mit seinem nussig-aromatischen Aroma jeden Speisezettel.

Voller Vitamine und Mineralstoffe

Mit seinem hohen Gehalt an Vitamin C und Vitamin E, vielen Vitaminen der B-Gruppe, Beta-Karotinen, Folsäure und den Mineralien Kalium, Kalzium und Phosphor ist Wirsing rundum gesund. Bereits eine durchschnittliche Portion deckt unseren Tagesbedarf an Vitamin C. Die B-Vitamine und der hohe Mineralstoffgehalt sind wertvoll für einen gesunden Stoffwechsel, stärken das Immunsystem und die Nerven. Und das alles bei einem Brennwert von etwa 25 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Botanik und Anbau von Wirsing

Aus den Wildformen des Gemüsekohls sind alle Kohlsorten gezüchtet worden, die heute gängig sind – dies gilt auch für den Wirsing. Gemüsekohl gehört botanisch gesehen zur Gattung der Kreuzblütengewächse. Erstmals angebaut wurde Wirsing im 16. Jahrhundert im Mittelmeerraum, vermutlich in Italien. Auf seine italienische Herkunft deutet auch sein Name hin: Wirsing hat sich aus dem lombardischen Wort „verza“ entwickelt. So heißt Wirsing in Italien noch heute. In Frankreich nennt man ihn „chou de Milan“, übersetzt heißt das: Kohl aus Mailand. In einigen deutschen Regionen wird Wirsing als „Welschkohl“ oder „Welschkraut“ bezeichnet, was so viel meint wie italienischer Kohl. In Deutschland lässt sich der Anbau von Wirsing übrigens seit dem 18. Jahrhundert nachweisen. Ursprünglich als Winter- und Frühgemüse gezüchtet, wird der Kohl heute fast das ganze Jahr über kultiviert.

Anders als bei seinen glatten Kohl-Verwandten sind Wirsingblätter locker übereinander angeordnet. Sie öffnen sich nach außen blütenförmig, sind am Rand gewellt, netzartig gerippt und höckerig-blasig gekräuselt. Die Farbe reicht je nach Sorte von gelblich bis dunkelgrün, sagt aber nichts über deren Qualität aus. Wirsing, den man im November bis Januar kauft, kommt meist frisch von einem Feld aus der Region. Übrigens schmeckt der Kohl im Winter besonders aromatisch – der im Frühling geerntete Wirsing fällt vergleichsweise milder aus.

Einkauf und Lagerung

Frischen, nährstoffreichen Wirsing erkennt man an den knackig-prallen Außenblättern. Außerdem sollte seine Schnittstelle frisch und saftig wirken. Die Rippen müssen stabil sein und dürfen sich nicht einfach verbiegen lassen. Eine Regel sagt: Wirsing muss rascheln, wenn man ihn schüttelt – dann ist er frisch. Vorsicht bei dunklen Flecken oder Verfärbungen: Diesen Kohl sollten Sie besser nicht kaufen. 

Wirsing lässt sich circa ein bis zwei Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. Aber bitte nicht neben Äpfeln oder Tomaten – diese lassen Wirsing schneller welk werden. Tipp: Falls Ihr Magen empfindlich auf Kohl reagiert, hilft die Zugabe von etwas Kümmel. Das Gewürz reduziert außerdem die Geruchsentwicklung beim Kochen. Auch zum Einfrieren ist Wirsing geeignet – allerdings müssen die Blätter vorher in Salzwasser blanchiert werden.

erstellt am: 13.11.2017