Nasenspray – Was gilt es zu beachten?

Die Nase ist verstopft, das Atmen fällt schwer – viele greifen in der Erkältungszeit zu Nasensprays, um vor allem nachts ungestört atmen und schlafen zu können. Aber sind diese kleinen Helferlein wirklich unbedenklich? Was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Schnupfen und angeschwollene Schleimhäute

Schnupfen – medizinisch Rhinitis – wird zumeist von Viren ausgelöst, den sogenannten Rhinoviren. Die Schleimhaut von Nase und Nebenhöhlen wird durch die Infektion stark gereizt und entzündet sich. Als Folge produzieren die Schleimhäute vermehrt Sekret und schwellen an. Die Nase verstopft – mit unangenehmen Folgen: das Atmen fällt schwer, der Geruchs- und Geschmacksinn sind eingeschränkt, mitunter treten Kopfschmerzen und ein Druckgefühl in den Wangen auf.

Linderung durch Nasenspray?

Endlich wieder durchatmen, endlich wieder ruhig schlafen: Für die meisten Erkältungsgeplagten sind Nasensprays unverzichtbar. Und tatsächlich sind diese Präparate bei bestimmten Infektionen durchaus empfehlenswert. Nasensprays erleichtern nicht nur die Atmung und führen damit zu einem ruhigeren Schlaf. Sie helfen auch dabei, dass eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) schneller abklingt, da das infektiöse Sekret besser durch die freie Nase ablaufen kann. Allerdings können Nasensprays auch Nebenwirkungen haben – vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum verwendet werden.

Verschiedene Arten von Nasensprays

Ob in der Apotheke oder im Drogeriemarkt – das Angebot an Nasensprays ist groß. Generell lassen sich die gängigen Präparate in folgende Gruppen einteilen:

  • Abschwellende Nasensprays werden als besonders wirksam erlebt. Diese Präparate enthalten als Wirkstoff ein sogenanntes Sympathomimetikum. Dadurch werden die Blutgefäße der Nasenschleimhaut verengt, die Schleimhaut schwillt ab. Wichtig: Abschwellende Nasensprays sollten Sie höchstens für sieben Tage anwenden – denn sonst drohen gesundheitliche Folgen.
  • Salz- oder Meerwasser-Nasensprays basieren auf einer Lösung aus Meersalz. Im Gegensatz zu abschwellenden Nasensprays sind diese Präparate besonders sanft, gut verträglich und daher für den Dauergebrauch geeignet. Das Salzwasser dient zur Befeuchtung der Nasenschleimhäute, was vor allem während der Erkältungszeit sinnvoll ist. Denn: In befeuchteten Schleimhäuten können sich Bakterien und Viren nicht so schnell ansiedeln.
  • Kortisonhaltige Nasensprays sind verschreibungspflichtig und werden gegen allergischen Schnupfen verordnet. Da Kortison jedoch das Immunsystem hemmt, können sich in der Schleimhaut leichter Bakterien und Viren festsetzen und somit Infekte auslösen.
  • Nasensprays mit Antihistaminika wirken ebenfalls antiallergisch und sind apothekenpflichtig.

Achtung Suchtgefahr!

Auch wenn sie eine schnelle Linderung bei einer verstopften Nase bieten: Verwenden Sie abschwellende Nasensprays mit Vorsicht. Der darin erhaltene Wirkstoff lässt bei kurzer Anwendung zwar die Schleimhäute abschwellen und erleichtert die Nasenatmung. Wendet man abschwellende Nasensprays jedoch über einen längeren Zeitraum an, so verkehrt sich dieser Effekt ins Gegenteil. 

Innerhalb weniger Wochen tritt eine Gewöhnung an das Präparat auf: Die Nasenschleimhaut benötigt den Wirkstoff permanent und schwillt sofort wieder an, sobald dessen Wirkung abklingt – ein Teufelskreis. Dadurch manifestiert sich ein dauerhafter Schnupfen, der medikamentös bedingt ist, eine sogenannte Rhinitis medicamentosa.Wenden Sie abschwellende Nasensprays daher längstens für eine Woche an und auch nur, wenn Sie diese unbedingt benötigen, wie abends zum besseren Einschlafen.
 

erstellt am: 23.10.2017