Leckeres Grünzeug – Spinat

Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland circa 800 Gramm Spinat verspeist. Damit befindet sich Spinat auf den hinteren Plätzen der Beliebtheitslisten. Das wird so manchen Leser nicht wundern – schon bei vielen Kleinkindern erzeugt Spinat wenig Begeisterung, und die Abneigung scheint sich bei den meisten auch nicht mehr zu ändern. Dabei spricht einiges für die grünen Blätter: Spinat ist besonders reich an Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium. Außerdem enthält er erhebliche Mengen an Vitamin C, B-Vitaminen und Karotinoiden sowie Ballaststoffen. 100 Gramm roher Spinat hat dabei nur etwa 23 Kilokalorien.

Roh, blanchiert, gekocht – Spinat ist vielseitig

Viele, die Spinat nicht mögen, kennen das Gemüse meist nur als ein dunkelgrünes Püree, serviert mit Kartoffeln und Spiegelei. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine traditionell deutsche Zubereitung – aber frischer Frühlingsspinat ist dafür eigentlich viel zu schade. Tipp: Essen Sie ihn am besten roh als Salat. So schmecken Sie nicht nur die zarte Frische des Frühlingsspinats, sondern profitieren auch am besten von dessem Nährwert.

Üblicherweise wird Spinat gekocht oder zumindest blanchiert zubereitet. Auch wenn dabei einige Nährstoffe verloren gehen, ist erhitzter Spinat trotzdem ernährungsphysiologisch wertvoll. Falls Sie ihn mit einem Klacks Sahne oder Milch servieren, kann unser Körper das Kalzium, das im Spinat enthalten ist, sehr viel besser aufnehmen. Sahne und Milch binden die im Spinat reichlich vorhandene Oxalsäure, die sonst die Kalziumaufnahme behindert. Spinat wird für viele Menschen so auch bekömmlicher.

Frischer Spinat ist nicht lange haltbar: Sie sollten ihn also am besten sofort verarbeiten. Locker in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, hält sich frischer Spinat im Kühlschrank maximal zwei Tage. Tiefgefrorener Blattspinat ist eine gute Alternative, denn er enthält fast so viele Nährstoffe wie Rohware.

Mythos 1: Spinat hat gar nicht so viel Eisen!

Über Jahrzehnte wurde Spinat Kindern und Jugendlichen wegen des hohen Eisengehalts schmackhaft gemacht. Doch dann wurde diese Ernährungsweisheit entmystifiziert: Forscher hatten den Eisengehalt von getrocknetem und frischem Spinat verwechselt. Frischer Spinat enthält gar nicht so viel Eisen wie bisher gedacht – sondern etwa zehnmal weniger. Die bisher propagierten 35 Milligramm bezogen sich nämlich auf 100 Gramm getrockneten – und somit stark konzentrierten – Spinat. 

Daraus wurde in den Medien schnell: Der Eisengehalt von Spinat ist vernachlässigungswürdig. Das ist wiederum falsch. Was stimmt: Spinat enthält nicht so extrem viel Eisen wie lange propagiert, aber Spinat ist mit 2 bis 4 Mikrogramm Eisen pro 100 Gramm Rohware trotzdem besonders eisenhaltig.

Mythos 2: Aufgewärmter Spinat wird giftig

Spinat speichert besonders gut Nitrate, die sich bei längerer Lagerung und genügend Wärme in Nitrite umwandeln. In unserem Verdauungstrakt können sich aus diesen Nitriten sogenannte Nitrosamine bilden. Diese Verbindungen stehen unter Verdacht, krebsauslösend zu sein.

Während man in Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab, tatsächlich bei längerer Lagerung und nach mehrmaligem Aufwärmen Angst vor einer Nitritvergiftung haben musste, ist diese Sorge heute weitgehend unbegründet. Gekochter oder blanchierter Spinat, der übrig geblieben ist, sollte zwar sofort in den Kühlschrank gestellt werden. Späteres Aufwärmen ist dann aber kein Problem. Wichtig: Kinder unter drei Jahren sollten vorsichtshalber keinen aufgewärmten Spinat bekommen. Sommer- und Freilandspinat sind im Durchschnitt übrigens weniger nitrathaltig als Herbstspinat. Somit steht einem gesunden Spinatgenuss nichts entgegen!

erstellt am: 16.04.2018