Japanisches Essen – gesund und lecker

Japan zählt zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung: Frauen werden im Schnitt 87 Jahre alt, Männer 81 Jahre. Das liegt unter anderem an ihrer gesunden Ernährung. Die japanische Küche ist sehr fettarm, Reis ist Hauptnahrungsmittel. Weitere Grundzutaten stammen aus dem Meer – Fisch, Meeresfrüchte und Meerespflanzen wie Seetang. Fleisch steht nur sehr selten auf dem japanischen Speiseplan, Zucker wird äußerst sparsam verwendet.

Ein gesunder Start in den Tag

Ein typisch deutsches Frühstück mit Weizenbrötchen, Konfitüre und Kaffee ist weder besonders gesund, noch macht es lange satt. Ganz anders sieht ein typisch japanisches Frühstück aus: Japaner starten ihren Tag mit Miso-Suppe – einer Spezialität, die auf einer würzigen Paste aus Sojabohnen basiert. Weitere Zutaten sind Seetang, Gemüse, Fisch oder Tofu. Dazu wird Reis und grüner Tee gereicht.
Ernährungsphysiologisch ist dies eine besonders gesunde Kombination: Sojabohnen enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, pflanzliche Eiweiße und wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen. Diese Inhaltsstoffe haben positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel und können helfen, das Herzinfarkt-Risiko zu senken. Reis hat eine entwässernde Wirkung und regt durch seine Ballaststoffe den Stoffwechsel an. Fisch ist reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren, die eine schützende Wirkung auf Gehirn, Augen und Herz-Kreislauf-System ausüben. Grüner Tee enthält unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe wie Chlorophyll und Karotinoide. Diese wirken antioxidativ und bewahren den Körper vor freien Radikalen.

Tipp: Miso-Suppe wird nicht nur zum Frühstück gegessen, sondern über den ganzen Tag verteilt – als gesunder Snack oder Beigabe zur Hauptmahlzeit.

Fettarm garen und sparsam würzen

Die japanische Küche ähnelt in einigen Punkten der Küche Ostasiens – allerdings verwenden Japaner viel weniger Öl und setzen auch Gewürze deutlich sparsamer ein als etwa ihre chinesischen oder koreanischen Nachbarn. In Japan wird großen Wert darauf gelegt, dass der Eigengeschmack der meist frischen Produkte klar erkennbar ist. Fisch, Tofu und Gemüse werden fettarm und puristisch zubereitet: häufig nur kurz gebraten, gedünstet oder sogar roh verzehrt. Schwere Saucen oder lange Garzeiten sind unüblich. Fleisch spielt in Japan eine ungeordnete Rolle, gewinnt aber durch den westlichen Einfluss an Bedeutung.

Bentoboxen – das Auge isst mit

Auch Zwischenmahlzeiten sind in Japan meist abwechslungsreich und gesund. Statt mit Fast Food, Schokoriegeln oder süßen Plunderteilchen stärken sich Japaner unterwegs mit ihren Bentoboxen. Diese Snackboxen enthalten gesunde Leckereien wie Reisbällchen, Tofu, Fischhäppchen, Ei, Gemüse und Obst. Alle Zutaten werden optisch ansprechend in den Bentoboxen angerichtet. Vor allem für Kinder werden die kleine Snacks besonders liebevoll zubereitet: So formen japanische Mütter aus den gesunden Lebensmitteln kleine Comicfiguren und niedliche Tierchen– welches Kind kann einer solchen Köstlichkeit schon widerstehen?

Das Essen zelebrieren

Generell hat Essen in Japan einen höheren Stellenwert als in vielen anderen Ländern – es geht nicht um die bloße Nahrungsaufnahme. Essen ist eine große Freude im Leben: Qualitativ hochwertige Zutaten werden sehr geschätzt, weshalb Japaner generell mehr Geld für Essen ausgeben als andere Völker. Ernährung stellt in Japan ein kulturelles Gut dar.

Japaner legen sehr viel Wert auf optisch ansprechende Mahlzeiten: Alle Speisen werden möglichst ästhetisch und appetitanregend angerichtet, verteilt auf kleine Schalen und Teller. Ob Suppe, Reis, Fisch, Gemüse oder Obst – alles kommt dabei gleichzeitig auf den Tisch. Die uns bekannte Trennung in Vorspeise, Hauptgang und Dessert ist in Japan unüblich.

Generell isst man möglichst bewusst und langsam. So gibt es Mahlzeiten, die fast schon einen zeremoniellen Charakter aufweisen, wie beispielsweise die Zubereitung von Matcha-Tee: Die gemahlenen grüne Teeblätter werden mit heißem Wasser übergossen, mit einem speziellen Bambusbesen schaumig geschlagen und dann mit Achtsamkeit getrunken – seinen Ursprung hat dieses Ritual im frühen Buddhismus.

Die Kombination aus gesunden Zutaten, fettarmer Zubereitung und bewusstem Zelebrieren der hochwertigen Mahlzeiten macht das Wesen der japanischen Küche aus. Und das erkennen auch immer mehr Menschen in der westlichen Welt: Japanisches Essen wird auch in Deutschland immer beliebter, größere Supermärkte führen mittlerweile typische japanische Zutaten wie Tofu, Miso-Paste, Edamame-Sojabohnen, Matcha-Tee oder fertig zubereitete Sushis.

erstellt am: 01.02.2018