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Meilenstein der Medizingeschichte - Die Entdeckung des Penicillins_02.12.2011

Wie so oft in der Geschichte der Menschheit, war auch die Entdeckung des ersten Antibiotikums ein glücklicher Zufall. Als der schottische Bakteriologe Alexander Fleming im September 1928 von seinem Sommerurlaub zurückkehrte, musste er feststellen, dass er einige Petrischalen (flache, runde Schalen für die Kultivierung von Mikroorganismen) mit Bakterienkulturen vergessen hatte. Allesamt waren verschimmelt, trotzdem hielt ihn etwas davon ab, die Schalen in den Müll zu werfen: Der Schimmelpilz hatte die Bakterien abgetötet. Fleming untersuchte die keimtötende Substanz des Schimmelpilzes, die er nach dessen lateinischer Bezeichnung Penicillium notatum Penicillin nannte. Er stellte fest, dass Penicillin Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken abtötet, ohne dabei menschliche Zellen anzugreifen. Dennoch kam er nicht auf die Idee, Penicillin als Medikament einzusetzen.

Wiederentdeckung

Erst 1938, also zehn Jahre später, stießen die Forscher Howard W. Florey und Ernst B. Chain bei einer systematischen Untersuchung von bakterienschädigenden Stoffen wieder auf das Penicillin. Sie erkannten nicht nur dessen Potenzial, sondern schafften es auch den baktierentötenden Wirkstoff aus dem Schimmelpilz zu lösen. Damit konnte Penicillin in höheren Mengen hergestellt und erste Versuchsreihen an Tieren und Menschen durchgeführt werden.

Der erste Patient

Die erste Behandlung eines Patienten mit Penicillin erfolgte am 12. Februar 1941. Ein Londoner Polizist hatte sich beim Rasieren geschnitten und durch die Infektion der Wunde eine Blutvergiftung zugezogen. Er litt an sehr hohem Fieber und die Ärzte gaben ihm nur noch wenige Stunden zu leben. Der Polizist hatte nichts mehr zu verlieren und so entschieden sich die Mediziner für die Behandlung mit Penicillin – obwohl dessen Wirkung am Menschen noch nicht ausreichend erforscht war. Fünf Tage später sank das Fieber. Nach dieser Zeit waren aber auch die Penicillinvorräte aufgebraucht und die Behandlung musste abgebrochen werden. Einen Monat später starb der Mann.

Wichtige Erkenntnisse

Die Behandlung des Londoner Polizisten wurde dennoch als Erfolg angesehen. Sie bewies nicht nur, dass Penicillin dabei hilft Blutvergiftungen und Wundentzündungen, wie sie gerade im Krieg häufig vorkamen, zu heilen. Sie erteilte den Medizinern auch eine wichtige Lektion: Antibiotika wie Penicillin müssen länger eingenommen werden als die eigentlichen Beschwerden andauern. Außerdem zeigte der Fall, wie wichtig es war, neue Produktions-wege für Penicillin zu entwickeln, um genug Vorräte für die vielen verwundeten Soldaten des zweiten Weltkrieges bereitstellen zu können.

Wundermedizin

Zunächst suchten Forscher überall nach einer schneller wachsenden Form des Schimmelpilzes. Mary Hunt, die Assistentin eines Forschungszentrums in Illinios fand schließlich eine stark verschimmelte Melone – in Abfällen direkt vor dem Institut. Somit konnte die industrielle Produktion des Antibiotikums bereits 1942 beginnen.
Mit Hilfe des Penicillins konnten Amputationen und Todesfälle nach Wundinfektionen vermieden werden. Auch nach dem Krieg wurde Penicillin deshalb noch lange von der Bevölkerung als Wundermedizin angesehen.

Im Jahr 1945 erhielten Alexander Fleming, Howard W. Florey und Ernst B. Chain für die Entdeckung des Penicillins den Nobelpreis für Medizin.

Die Schilddrüse_16.11.2011

Unter dem Begriff „Hormone“ wird eine Vielzahl von biochemischen Botenstoffen zusammengefasst, die Stoffwechselprozesse und andere Körperfunktionen anstoßen oder regulieren. Hormone werden vom Körper selbst produziert und sind meist in komplexen Reaktionsabläufen miteinander verbunden. Während es das Stresshormon Adrenalin bis in die Umgangssprache geschafft hat, sind die Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) außerhalb von medizinischen Fachkreisen eher unbekannt. Ihr niedriger Bekanntheitsgrad steht im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Bedeutung: T3 und T4 sind zentral für die Entwicklung und das Wachstum des gesamten Organismus. Sie regen den Stoffwechsel an (Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel), steigern den Energieumsatz und beeinflussen die Hormonproduktion anderer Drüsen. Ein Zuwenig oder ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen hat deswegen schwerwiegende Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Die Schilddrüse: ein kleines Organ mit großer Bedeutung 

Produziert werden die Schilddrüsenhormone in der Schilddrüse. Neben ihrer Funktion bei der Regulierung des Stoffwechsels und Energieumsatzes beeinflussen sie außerdem die Abgabe des Wachstumshormons durch die Hirnanhangdrüse oder Hypophyse und erhöhen die Empfindlichkeit der Gewebe gegenüber Adrenalin aus dem Nebennierenmark. Die Funktion der Schilddrüse selbst wird wiederum über die Hypophyse und die Ausschüttung des Hormons TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon) reguliert.

Bei T3 und T4 handelt es sich um Jod-Verbindungen, die sich in der Anzahl der gebundenen Jod-Atome unterscheiden: Beim Triiodthyronin sind es drei, daher die in der Medizin verwendete Abkürzung T3, beim Thyroxin sind es vier, daher T4. Für die Bildung der Hormone ist die regelmäßige, ausreichende Zufuhr von Jod zentral. Das T3-Hormon wirkt drei- bis achtmal so stark wie das T4-Hormon, die Hälfte des T3-Hormons zerfällt aber schon nach zehn bis neunzehn Stunden im menschlichen Körper. Es wird in geringen Mengen in der Schilddrüse produziert. Der Hauptanteil wird im Körper gebildet, indem ein Jod-Atom von T4 abgespalten wird. Das T4-Hormon wirkt aber auch direkt auf den Organismus. Das Mengenverhältnis von T4- zu T3-Hormonen beträgt zirka 9 zu 1. Neben T3 und T4 produziert die Schilddrüse das Hormon Calcitonin, das an der Regulation des Kalzium- und Phophatstoffwechsels beteiligt ist.

Werden zu wenige Hormone produziert, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), werden zu viele ausgeschüttet von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion gehört in Deutschland zu den häufigsten hormonellen Störungen. Jedes Jahr wird diese Diagnose bei bis zu einem Prozent der Bevölkerung gestellt. Ein Mangel an T3- und T4-Hormonen verlangsamt dabei den Energiestoffwechsel. Betroffene nehmen das typischerweise als eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, als Antriebsschwäche oder als verstärkte Müdigkeit wahr. Bei vielen verschlechtert sich auch die seelische Befindlichkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen. Typisch ist auch Appetitlosigkeit, gleichzeitig nehmen viele Betroffene aber aufgrund des geminderten Grundumsatzes zu. Die große Mehrzahl der Erkrankungen sind sogenannte erworbene Hypothyreosen, die sich im Laufe eines Erwachsenenlebens entwickeln. Auslöser können extremer Jodmangel, Entzündungen der Schilddrüse oder Störungen im Regelkreislauf zwischen Hypophyse und Schilddrüse sein. Bei der erworbenen Unterfunktion wird die Diagnose anhand des TSH-, T4- und T3-Spiegels im Blut gestellt. Gegebenenfalls sind Schilddrüsenantikörper nachweisbar. Zusätzlich werden bildgebende Verfahren angewandt. Hierbei sind die Ultraschall-Untersuchung und die Szintigrafie von besonderer Bedeutung.

Behandeln lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion in der Regel gut durch eine Zuführung der fehlenden T4-Hormone mit Tabletten. Die Dosis wird jeweils individuell ermittelt. Üblicherweise müssen die Medikamente das ganze Leben lang eingenommen werden, da eine Schilddrüsenunterfunktion meist nicht heilbar ist.

Selten ist eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion. Ihre Folgen sind aber gravierend für die Entwicklung des betroffenen Babys, wenn die Störung nicht frühzeitig erkannt wird. Die Messung des TSH-Spiegels als Indikator für das Funktionieren der Schilddrüse gehört bei Neugeborenen deswegen zu den Routineuntersuchungen.

Schilddrüsenüberfunktion

Produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Mediziner gehen davon aus, dass zirka zwei Prozent der Bevölkerung von einer Form dieser Fehlfunktion betroffen sind. In Regionen, in denen die Jodversorgung nicht ausreichend ist, kann die Zahl bis auf acht Prozent steigen. Das auffälligste Symptom einer Überfunktion ist die Vergrößerung der Schilddrüse, Kropf oder Struma genannt. Eine Struma kann zunächst nur tastbar, später auch sichtbar sein. Die Überfunktion kann aber auch den Blutdruck erhöhen, die Herzschlagfrequenz bis hin zu Herzrasen (Tachykardie) und Vorhofflimmern steigern und den Blutzuckerspiegel erhöhen. Betroffene nehmen an Gewicht ab, klagen über Schlaflosigkeit, sind nervös und reagieren in Konflikt- und Stresssituationen schnell über. Weitere Symptome können unter anderem Schweißausbrüche, leichtes Fieber und Haarausfall sein. Für eine bestimmte Form der Überfunktion, den Morbus Basedow, ist das Hervortreten der Augäpfel typisch. Bleibt eine Überfunktion unerkannt, kann sich daraus ein schwerwiegendes Krankheitsbild mit schweren Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinsveränderungen bis hin zum Koma entwickeln.

Eine Hyperthyreose bildet sich aus, wenn die Schilddrüse nicht mehr in den Steuerungsmechanismus über die Hirnanhangdrüse eingebunden ist. Diese Fehlfunktion kann als Schilddrüsenautonomie die Folge einer Kropfbildung oder eines Tumors in der Schilddrüse sein, aber auch das Ergebnis einer Autoimmun-erkrankung oder einer Überbehandlung mit Jod. Darüber hinaus kann die übermäßige Zufuhr von Schilddrüsenhormonen zur Hyperthyreose führen.

Das Diagnoseverfahren für eine Schilddrüsenüberfunktion entspricht dem der Unterfunktion. Je nach Art und Grad der Überfunktion haben sich unterschiedliche Behandlungsmethoden etabliert. Sie sind darauf ausgerichtet sind, die Überfunktion zu bremsen. Das geschieht über die Gabe von Medikamenten, die die Schilddrüsenfunktion hemmen (Thyreostatika), die operative Verkleinerung der Schilddrüse oder die sogenannte Radiojodtherapie, die Bestrahlung mit Jod-Isotopen (Isotope sind unterschiedliche Atomarten des gleichen chemischen Elements, aber mit unterschiedlichen Massezahlen). 

Ein kleines „Ja“ mit großer Wirkung_02.11.2011

Alle acht Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch, weil es kein geeignetes Spendeorgan für ihn gibt. Dabei ist die Spendenbereitschaft im Land einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge mit 75 Prozent sehr hoch. Das Problem: Nur jeder Dritte, der zur Organspende bereit wäre, besitzt auch einen Organspendeausweis.

Seit 40 Jahren Leben schenken

Am 3. November 2011 wird der Organspendeausweis 40 Jahre alt. Er gilt als Symbol der Nächstenliebe und Solidarität mit den 12.000 Patienten, die in Deutschland auf der Warteliste für ein Spendeorgan stehen.
Die Beweggründe sich für eine Organspende zu entscheiden sind vielfältig. Viele wollen anderen Menschen helfen oder hoffen darauf, dass es auch einen Spender gibt, wenn sie selbst einmal auf ein Organ angewiesen sein sollten.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland knapp 1.300 Menschen nach ihrem Tod Organe entnommen. Dadurch konnten mehr als 4.000 Organtransplantationen durchgeführt werden.

Rückstand trotz steigender Spenderzahlen

Obwohl die Zahl der Spender nach einem Einbruch 2008 wieder steigt, liegt Deutschland im internationalen Vergleich immer noch zurück. Hierzulande kommen auf 1 Million Einwohner zirka 16 Organspender. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Österreich, Frankreich oder den USA, sind es mehr als 20, in Spanien sogar 34.

Die erweiterte Zustimmungslösung

Wenn der Verstorbene keinen Organspendeausweis besitzt, regelt in Deutschland seit 1997 die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung die Organspende. Demnach muss zunächst der Wille des Verstorbenen berücksichtigt werden. Ist dieser jedoch weder dokumentiert noch bekannt, so müssen die nächsten Angehörigen über die Organspende entscheiden – in der Situation der Trauer eine große Bürde. Der Organspendeausweis kann also viel mehr als nur das Leben anderer retten. Er kann auch die eigenen Angehörigen vor einer schweren Entscheidung bewahren.

Der Weg zum Organspendeausweis

Auch wer keine oder nur ausgewählte Organe spenden möchte, kann diesen Wunsch auf dem Organspendeausweis festhalten. Das Dokument kann im Internet unter www.fuers-leben.de heruntergeladen und ausgefüllt werden. Auch beim Arzt, in der Apotheke oder in unseren Kundenberatungen vor Ort erhalten Sie den Organspendeausweis.
Er kann eigenhändig ausgefüllt werden und wird nirgendwo dokumentiert. Wer seine Meinung zur Organspende im Laufe der Zeit ändert, kann so ohne Probleme einfach einen neuen Ausweis ausfüllen.
Am Besten ist es den Organspendeausweis bei den persönlichen Papieren aufzubewahren – dort wird im Fall des Falles als Erstes nachgeschaut. Außerdem ist es sehr wichtig, mit den Angehörigen über die Entscheidung zu sprechen.

Hernie oder Eingeweidebruch_18.10.2011

Ältere Menschen kennen noch die sogenannten Bruchbänder, die hauptsächlich männliche Babys und Jungen tragen mussten. Sie wurden eingesetzt, um einen Leistenbruch wieder zurückzudrängen. Das Bruchband ist aus der medizinischen Praxis weitgehend verschwunden, Leistenbrüche und andere Bruchformen aber nicht. Zirka vier Prozent der Bevölkerung werden einmal in ihrem Leben an einer Hernie, wie der Fachausdruck für einen solchen Bruch lautet, leiden. Besonders häufig sind sie bei Kindern und bei Menschen im Alter zwischen 40 und 50. In der Tendenz sind davon eher Männer als Frauen betroffen.

Eine Lücke in der Bauchwand – so entsteht eine Hernie

Der Begriff Hernie leitet sich vom griechischen Hernios ab, was Knospe bedeutet. Mit diesem „blumigen“ Begriff wird in der Medizin ein Phänomen bezeichnet, das nicht lebensgefährlich sein muss, aber meist sehr schmerzhaft ist: das Heraustreten des Bauchfells und von Eingeweiden, vor allem Darm, durch eine Lücke in der tragenden Bauchmuskulatur oder im Zwerchfell. Typisch ist die Leistenhernie (Leistenbruch). Bei den Männern erleiden über 70 Prozent, bei denen eine Hernie auftritt, einen Leistenbruch. Bei den Frauen sind es rund 60 Prozent. Mit rund neun Prozent am zweithäufigsten tritt die Nabelhernie auf. Bei Männern und Jungen kann die Leistenhernie bis in den Hodensack reichen und wird dann Hodenbruch (Hodenhernie) genannt. Bei Frauen wandert eine Leistenhernie manchmal in die großen Schamlippen. Tritt das Bauchfell durch die Bauchmuskulatur aus, spricht der Arzt von einer äußeren Hernie. Tritt es durch das Zwerchfell aus, liegt eine innere Hernie vor. Äußere Hernien lassen sich meist ertasten, oft auch mit dem bloßen Auge erkennen. Bei inneren Hernien ist das nicht möglich. Innerhalb von einigen Stunden, nachdem sie aufgetreten sind, kann die Hernie oft noch zurückgeschoben werden. Dieses Zurückschieben verringert meist den Schmerz, ist aber keine ausreichende medizinische Behandlung.

Nicht immer schmerzhaft, aber immer ein Fall für den Arzt

Hernien sind oft nicht besonders schmerzhaft – und werden deswegen nicht immer gleich wahrgenommen. Das sicherste Zeichen ist der schon beschriebene, nach außen getretene Bauchfellsack. Manche Hernien lösen Schmerzen aus, wenn der Betroffene die Bauchmuskulatur stark anspannt, beispielsweise beim Husten oder bei Stuhlgang. Typisch sind Druckgefühle oder ein stechender, ziehender Schmerz. Reagiert das Bauchfell auf die Hernie mit einer Reizung, entwickelt sich ein dauerhafter Schmerz. Außerdem können Hernien Verdauungsunregelmäßigkeiten wie Verstopfung oder Durchfall auslösen. Auch das Auftreten von Blut im Stuhl kann ein Symptom für eine Hernienbildung sein. Unspezifische Krankheitsempfindungen wie ein allgemeines körperliches Schwächegefühl oder Unwohlsein können ihre Ursache in einer Hernie haben. Gesundheitsgefährlich sind Hernien dann, wenn Bauchfell und Eingeweide in der Bruchpforte eingeklemmt werden und die Blutzufuhr abgeschnitten wird. Wird die Einklemmung nicht aufgelöst, stirbt der betroffene Darmabschnitt ab – eine lebensbedrohliche Situation. Das führt zum Darmverschluss, zumindest aber zu einer dauerhaften Schädigung der Darmwand. Eingeklemmte Brüche müssen innerhalb von sechs Stunden operiert werden, sonst besteht Lebensgefahr. Da auch bei nichteingeklemmten Hernien immer die Gefahr einer Einklemmung vorliegt, werden Hernien heute fast immer operativ behandelt. Während der Operation wird der Bruchsack zurückgeführt, die Bruchstelle wird vernäht und bei Bedarf auch mit Muskel- oder Bindegewebematerial oder mit künstlichen Materialien verstärkt. Je nach allgemeinem Gesundheitszustand werden Bruchoperationen heute auch als Bauchspiegelung durchgeführt.

Angeboren oder erworben

Die Lücken in der Bauchmuskulatur, durch die Bauchfell und Eingeweide im Fall einer Hernie austreten, können ganz unterschiedliche Ursachen haben:
Bei Babys und Kleinkindern, die an einer Leistenhernie leiden, ist im Leistenkanal eine natürliche Ausstülbung des Bauchfells offen geblieben. Bleibt im Bereich des Nabels eine Lücke, kann sich eine Nabelhernie bilden. Während man bei einer angeborenen Nabelhernie zunächst abwarten kann, wird eine Leistenhernie praktisch immer operiert.

Solche angeborenen Schwachstellen können aber auch erst im Erwachsenenalter zu Hernien führen.
Durchbruchstellen für Hernien können sich auch aufgrund individueller anatomischer Gegebenheiten, z. B. einer Bindegewebeschwäche, aber auch spontan bilden, zum Beispiel durch starkes Husten, durch Pressen oder beim Heben schwerer Lasten. Erhöht sich der Druck im Bauchraum zum Beispiel durch einen Tumor oder durch Wasseransammlungen, erhöht sich das Risiko einer Hernienbildung.

Diagnose: Hernie

Äußere Hernien sind meist mit dem bloßen Auge erkennbar und können ertastet werden. Ob sich in der Hernie auch Darm befindet, kann der Arzt meist mittels Stethoskop feststellen. Genaueren Aufschluss geben Ultraschall-Untersuchungen, die auch bei der Diagnose von inneren Hernien eingesetzt werden. Zu den üblichen Verfahren gehören außerdem Röntgen und Magnetresonanztomografie. Bleibt der Befund ungenau, verschafft eine Bauchspiegelung Klarheit.  

Sebastian Kneipp und sein Gesundheitskonzept_04.10.2011

Wenn man den Namen Sebastian Kneipp (1821–1897) hört, denkt man zuerst an Wassertreten in Kneipp-Anlagen im Kurpark. Die Kneipp-Kur ist aber mehr als eine Wassertherapie. Als ganzheitliches Gesundheitskonzept beruht sie auf fünf Therapie-Elementen:

  • Wasser
  • Bewegung
  • Kräuter und Heilpflanzen
  • Ernährung
  • Lebensordnung

Wasseranwendungen

Die Heilkraft des Wassers ermöglichte Sebastian Kneipp sich selbst zu heilen. Mittels einer Wasserkur, die auch Tauchbäder in der eiskalten Donau umfasste, erholte sich Kneipp, der 1849 an Tuberkulose erkrankt war und von seinem behandelnden Arzt aufgegeben wurde. Heutzutage werden warme und kalte Wasseranwendungen, wie Voll- und Teilbäder, Waschungen, Dampfanwendungen und Wickel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, orthopädischen Erkrankungen und Störungen des vegetativen Systems eingesetzt. Vorbeugend auch zur Förderung der Durchblutung und zur Stärkung des Immunsystems.

Waten wie ein Storch im Wasser

Wassertreten – waten wie ein Storch – kann man in speziellen Kneipp-Anlagen, aber auch daheim in der Badewanne. Wassertreten fördert die Durchblutung und hat eine positive Wirkung auf den Wärmehaushalt des Körpers. Einen ähnlichen Effekt haben das Tautreten barfuß auf dem Rasen am Morgen oder das Schneetreten im Winter. Kalte Güsse direkt aus dem Wasserschlauch, wie Knie-, Schenkel-, Rücken- und Armguss, aber auch der Gesichtsguss, wirken belebend auf den Kreislauf und aktivieren die Widerstandskräfte des Körpers.

Fuß- und Armbäder

Gegen kalte Füße in Herbst und Winter helfen Fußbäder, bei denen die Wassertemperatur langsam erhöht wird. Auch bei Blasenentzündung und Erkältung können Fußbäder beim Auskurieren hilfreich sein. Armbäder im kalten Wasser haben sich z. B. bei Kopfschmerzen bewährt. Wichtig ist, dass nur ein kurzer Reiz auf den Organismus ausgeübt wird. Anschließend sollte man sich genügend Zeit nehmen, um auszuruhen. Bei chronischen Erkrankungen fragen Sie vor einzelnen Anwendungen bitte Ihren Arzt.

Bewegung

Neben dem Barfußlaufen zur Abhärtung empfahl Kneipp das Wandern als Ausdauersportart. Ob Sie wandern, schwimmen oder Radfahren – wichtig ist, dass Sie regelmäßig etwas tun, was Ihnen Spaß macht.

Kräuter und Heilpflanzen

Nach Kneipp ergänzen Heilpflanzen die Wasseranwendungen, z.B. in Form von Umschlägen, Badezusätzen, Ölen und Salben. So entwickelten Sebastian Kneipp und der Apotheker Leonhard Ohrhäußer zahlreiche Rezepturen, z.B. den Heublumensack als Wärmepackung zur Muskelentspannung. Tinkturen und Teezubereitungen wirken darüber hinaus von innen.

Ernährung

Nach Kneipp empfiehlt sich eine fettarme und abwechselungsreiche Vollwertkost mit  saisonalem Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, aber auch Fisch und Milchprodukten. Von zu viel Fleisch riet Kneipp ab.

Lebensordnung

Unter einer sinnvollen Lebensführung verstand Sebastian Kneipp eine bewusste Lebensweise, bei der Arbeit und Freizeit – Anstrengung und Ruhe – in einem Gleichgewicht zueinander stehen. In seinem Buch „So sollt ihr leben“ wies Kneipp auf die vorbeugende Wirkung einer gesunden Lebensweise hin und sagte: „Vorsorgen ist besser als heilen.“ Der Bundesverband für Gesundheitsförderung und Prävention hält weitere Informationen im Internet unter www.kneippbund.de für Sie bereit.

Kostenerstattung durch die PBeaKK

Wir erstatten Leistungen bei Vorlage einer ärztlichen Verordnung. Das „Verzeichnis der beihilfefähigen Höchstbeträge für ärztlich verordnete Heilmittel“ finden Sie hier

Vitalität ist (k)eine Frage des Alters_16.09.2011

Stricken, Spazieren gehen, Gartenarbeit – so sah früher die Freizeitgestaltung von Senioren häufig aus. Das soziale Leben außerhalb der eigenen vier Wände spielte nur eingeschränkt eine Rolle. Heute ist das anders: Sport, Sprachkurse und Reisen stehen immer öfter auf dem Programm – am liebsten in der Gruppe. Denn die „jungen Alten“ des 21. Jahrhunderts sind kontaktfreudig, unternehmenslustig und lernen gerne Neues kennen. Um diesen aktiven Lebensstil zu fördern, bietet die Initiative Vital in Deutschland (vid) älteren Menschen eine Plattform, auf der sie sich über spezielle Freizeitangebote in ihrer Region informieren können. Auf der Internetseite vitalindeutschland.de stellt vid die aktuellen Angebote vor. Interessierte können sich dort kostenfrei und ganz bequem per Mausklick informieren.

Die Initiative und ihre Ziele

Die Initiative wurde von der Deutschen Post gegründet, um das Leben im Alter attraktiver zu machen. Ältere Menschen sollen besser in die Gesellschaft integriert werden und sich auf ihre Zeit als Rentner freuen. Außerdem erhalten Kommunen eine kostenfreie Plattform, um Ihre Angebote zu publizieren.

Ein vielfältiges Angebot

Gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Kreisen sowie Ministerien und Unternehmen werden bereits vorhandene Angebote gesammelt und neue initiiert. Ob Konzert, Ganzkörpertraining oder ein Computer-Kurs – die Auswahl ist groß. Insgesamt gibt es bundesweit über 7.400 Angebote in folgenden Bereichen:

  • Bildung
  • Bürgerservice
  • Ehrenamt
  • Freizeit
  • Kultur
  • Sport
  • Reisen
  • Wohnen

Werden Sie aktiv!

Wenn Sie auch Lust bekommen haben, Ihre Freizeit aktiv zu gestalten, dann informieren Sie sich über die aktuellen Angebote von Vital in Deutschland. weiter

Eingetragene Lebenspartnerschaften_15.09.2011

Das Bundesministerium des Innern teilt mit, dass gleichgeschlechtliche Lebenspartnerinnen und Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz als berücksichtigungsfähige Angehörige Beihilfe erhalten können. Diese Regelung tritt jedoch erst nach dem Inkrafttreten von Artikel 1 des Gesetzes zur Übertragung ehebezogener Regelungen im öffentlichen Dienstrecht auf Lebenspartnerschaften in Kraft. Beihilfen dürfen aber unter Gesetzesvorbehalt bereits rückwirkend zum 01.01.2009 gewährt werden. Dies gilt für alle Beihilfeanträge über die noch nicht rechtskräftig entschieden ist. Ab dem 13.09.2011 kann die Aufnahme unter Vorbehalt in die Grund-, Zusatz- und Auslands-Krankenergänzungsversicherung der Postbeamtenkrankenkasse beantragt werden, sofern die satzungsgemäßen Voraussetzungen analog der Ehepartner für eine Mitversicherung vorliegen. Hierzu benötigen wir den entsprechenden Aufnahmeantrag unter Beifügung der Urkunde (Kopie) über die eingetragene Lebenspartnerschaft. Auch wenn Sie ausschließlich Beihilfeleistungen beantragen möchten, benötigen wir diesen Nachweis, den Sie Ihrem Leistungsantrag beifügen. In sämtlichen Formularen und Anträgen verwenden Sie bitte übergangsweise die Felder „Ehegatte/Ehegattin.

Kostenfreie Sehtests bundesweit_12.09.2011

Machen Sie mit – zu Ihrer eigenen Sicherheit

Vom 6. September bis zum 31. Oktober 2011 bieten Augenoptiker im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne des Kuratoriums Gutes Sehen e.V. (KGS) bundesweit einen kostenfreien Sehtest an. Denn gerade im Herbst bei Nebel, spiegelnden Fahrbahnen und wechselnden Lichtverhältnissen ist gutes Sehen die Voraussetzung für Sicherheit im Straßenverkehr. Nehmen Sie sich die Zeit für einen Sehtest – damit auch Sie sicherer auf Straßen und Autobahnen unterwegs sind. Eine Übersicht aller Augenoptiker, die einen kostenfreien Sehtest anbieten, und weitere Informationen zur Kampagne Verkehrssicherheit erhalten Sie unter www.seh-check.de.

Warum gutes Sehen so wichtig ist

Das Sehvermögen nimmt of schleichend ab, so dass viel Autofahrer gar nicht wahrnehmen, dass sie nicht mehr hundertprozentig sehen können. Gerade nicht erkannte Beeinträchtigungen beim Sehen können bei problematischen Lichtver-hältnissen zu verhängnisvollen Fehlern führen. So lassen sich rund 300.000 Verkehrsunfälle pro Jahr auf schlechtes Sehen zurückführen. Mit einer Untersuchung beim Augenoptiker oder Augenarzt braucht es nicht so weit zu kommen. Denn Sicherheit im Straßenverkehr beginnt bei jedem Einzelnen. Broschüren, z. B. „Gutes Sehen im Straßenverkehr“, zum Download und Aktionen rund um „Gutes Sehen“ finden Sie ebenfalls im Internet unter www.sehen.de.

Wenn Essen zur Gefahr wird_31.08.2011

Zum Frühstück eine Kleinigkeit vom Bäcker, Mittagessen in der Kantine, abends ein Besuch im Restaurant oder auch mal ein Fertiggericht. Was für die meisten Deutschen Bequemlichkeiten des Alltags sind, stellen für Lebensmittel-Allergiker echte Herausforderungen dar. Was ist in den verarbeiteten Produkten enthalten? Was kann ich essen? Was nicht?

Eine übermäßige Abwehrreaktion

Kuhmilch, Erdnüsse, Hühnereier, Nüsse, Schalentiere und Fisch zählen zu den Lebensmitteln, die in Deutschland am häufigsten Allergien auslösen. Eine Allergie ist eine übermäßige Abwehrreaktion, ausgelöst von sogenannten Allergenen. Das sind eigentlich harmlose Proteine, die das Immunsystem eines Allergikers als Bedrohung wahrnimmt und wie einen Krankheitserreger bekämpft. Die Symptome für eine allergische Reaktion sind vielfältig. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:

  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • geschwollene und tränende Augen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Atemnot

Betroffen sind in Deutschland zirka drei Prozent der Erwachsenen und vier Prozent der Kleinkinder. Lebensmittelallergien, die im Säuglingsalter auftreten, bilden sich in den meisten Fällen zurück. Erwachsene müssen mit der Allergie ein Leben lang zurechtkommen.

Mit der Allergie leben

Durch Erhitzen können vor allem die in Obst und Gemüse enthaltenen Allergene zerstört werden. Bei Nüssen, Sellerie, Erdnüssen und tierischen Allergenen ist das jedoch nicht möglich, da sie hitzestabil sind.
Da hilft nur auf das Lebensmittel komplett zu verzichten. Das ist aber bei weitem nicht so einfach, wie es sich anhört. Denn der Körper ist auf die unterschiedlichen Bestandteile der Nahrung angewiesen. Auf Milchprodukte kann zum Beispiel nicht verzichtet werden, da sie zu den Hauptlieferanten von Calcium zählen. Das ist wichtig für die Knochen und beugt Osteoporose vor. In Deutschland besteht ein Großteil der Milchprodukte, wie Joghurt, Käse und Quark aus Kuhmilch. Alternativen bieten Produkte aus Ziegen- oder Schafsmilch. Kuhmilch-Allergiker sollten aber vor deren Verzehr testen, ob sie eventuell auch auf dieses Milcheiweiß reagieren.
Auf Sojaprodukte kann meist auch nicht ausgewichen werden, da es oft zu sogenannten Kreuzreaktionen kommt. Das bedeutet, dass ein Allergen, das dem ursprünglichen Auslöser sehr ähnlich ist, eine allergische Reaktion hervorruft. Häufig kommt es auch bei Pollenallergikern zu Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln.

Wissen, was drin ist

Betroffene sollten sich immer genau über die in einem verarbeiteten Produkt enthaltenen Zutaten informieren. So sind zum Beispiel in den meisten Nudelarten Eier enthalten.
Auch Fertigprodukte stellen auf Grund der darin versteckten Allergene ein besonderes Risiko für Betroffene dar. Sie sollten ebenso wie Soßen, Puddings und Fertigsalate nur mit Vorsicht verzehrt werden.

Außerdem kann vor allem verpackte Ware, wie zum Beispiel Schokolade, Spuren von Allergenen aufweisen. Deshalb müssen in Europa die 14 häufigsten Allergieauslöser auf verpackter Ware gekennzeichnet werden. Das sind:

  • Gluten
  • Nüsse
  • Milch
  • Eier
  • Erdnüsse
  • Fisch
  • Sesam
  • Krebstiere
  • Soja
  • Sellerie
  • Senf
  • Weichtiere
  • Süßlupinen
  • Schwefeldioxid und Sulfite bei einer Konzentration von mind. 10 mg/kg oder Liter

Der Grund für diese Auszeichnung ist, dass oft schon kleinste Mengen ausreichen, um einen allergischen Schock auszulösen. Für diesen Notfall sollten Allergiker immer ein schnell wirkendes Antihistaminikum dabei haben.

Professionelle Hilfe suchen

Wer an einer Lebensmittelallergie leidet, sollte den Gang zu einem Ernährungsberater nicht scheuen. Die helfen dabei sich trotz der Einschränkungen gesund und ausgewogen zu ernähren, in dem sie einen individuellen Speiseplan entwerfen. Denn auch Allergiker sollten den Spaß am Essen nicht verlieren. Weitere Informationen zum Thema Nahrungsmittelallergie finden Sie hier. http://www.daab.de/ernaehrung/lebensmittelallergie/

Charles Darwin und das Leben_18.08.2011

„Die Entstehung der Arten“ – so lautet der Titel des Buches, mit dem Charles Darwin 1859 das bestehende biblisch-geprägte Weltbild auf den Kopf stellte. Seine Theorie: Die Pflanzen- und Tierarten auf der Erde befinden sich in einem ständigen Entwicklungsprozess. Natürliche und sexuelle Selektion führt dazu, dass überlebensnotwendige Eigenschaften an die Nachkommen weitervererbt werden. Auf diese Weise entstehen immer neue Arten, andere sterben aus.

Vom durchschnittlichen Theologen zum bedeutenden Naturforscher

„Ein sehr gewöhnlicher Jungen, eher etwas unter dem Durchschnitt" – das sagte Robert Darwin über seinen Sohn. Eigentlich sollte der junge Darwin in die Fußstapfen seines Vaters treten und Arzt werden. Doch er hasste die damaligen, noch recht brutalen Operationsmethoden und so brach er nach nur zwei Jahren das Medizinstudium ab. Anschließend begann er ein Theologiestudium in Cambridge und die Biologie, die damals noch Bestandteil der Theologie war, wurde zu seiner Leidenschaft.
In Cambridge lernte er auch John Henslow kennen, der Darwins Werdegang maßgeblich beeinflusste. Er vermittelte ihm nicht nur den Platz auf der HMS Beagle. Mit diesem Vermessungsschiff reiste Darwin fünf Jahre lang um die Welt und machte Entdeckungen, die prägend für seine Evolutionstheorie waren. Außerdem veröffentlichte Henslow bereits während Darwins Reise einige seiner Briefe. So wurde der bis dahin durchschnittliche Charles Darwin ein anerkannter Naturforscher und Geologe.

Die Reise seines Lebens

„Die Reise der Beagle ist das bei weitem bedeutungsvollste Ereignis in meinen Leben gewesen“, schreibt Darwin in seinen Erinnerungen. 1831 geht ein 22-jähriger Darwin an Bord des Schiffes. Neben seinen Forschungswerkzeugen hat er auch die Bibel und den Glauben an eine von Gott geschaffene, unveränderliche Pflanzen- und Tierwelt im Gepäck.
Doch im Laufe der Reise macht Darwin Entdeckungen, die ihn an der biblischen Schöpfungslehre zweifeln lassen. Dem jungen Forscher fallen Veränderungen in der Landschaft und im Gestein auf, die zeigen, dass die Erde deutlich älter als 6000 Jahre sein muss. In Argentinien findet er das Skelett eines ausgestorbenen Riesenfaultiers und erkennt die Ähnlichkeiten mit den heute lebenden Exemplaren.

Die Entstehung der Evolutionstheorie

Seine Neugier und die Fähigkeit in großen Zusammenhängen denken zu können, führen dazu, dass Darwin die Eindrücke der Reise nicht mehr loslassen. Er bittet befreundete Forscher aus Biologie und Geologie ihm bei der Auswertung seiner tausendfach gesammelten Proben zu helfen.
Er selbst lebt abgeschieden von der Außenwelt in seinem Landsitz in Kent. Im Jahr 1844 steht sein Lebenswerk, die Evolutionstheorie, in den Grundzügen fest. In den folgenden 15 Jahren feilt er immer wieder an Details und Antworten auf mögliche Gegenargumente. Obwohl ihn Kollegen und Freunde dazu drängen seine Theorie zu veröffentlichen, wartet Darwin mit diesem Schritt. Zum einen weil er die gesellschaftlichen Folgen fürchtet; zum anderen, weil er seine streng gläubige Frau nicht kränken möchte. Erst ein Brief des Naturforschers Alfred Wallace, der unabhängig von Darwin eine ähnliche Theorie entwickelt hat, überzeugt ihn. Darwin möchte unter keinen Umständen in den Geschichtsbüchern nur der zweite Forscher sein, der die Evolutionstheorie entdeckte.

Darwins Theorie in der Medizin

Darwins Grundsatz vom „Survival of the fittest“, der besagt, dass nur die Arten überleben, die sich an ihre Umgebung anpassen können, spielt bis heute bei Züchtungen und in der Forschung eine große Rolle. Vor allem Krankheitserreger, die in der Lage sind sich schnell weiterzuentwickeln, bereiten Ärzten bei Behandlung von Infektionen besondere Schwierigkeiten. Denn wie Darwin bereits sagte: „Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.“

Hormone: Insulin und Glukagon_03.08.2011

„Hormone“ sind biochemische Botenstoffe, die Stoffwechselprozesse und andere Körperfunktionen anstoßen oder regulieren. Hormone werden vom Körper produziert und viele sind in komplexen Regelkreisläufen miteinander verbunden.

Über die Hormone Insulin und Glukagon reguliert unser Organismus vor allem den Blutzuckerspiegel und damit den Energiestoffwechsel. Während das Hormon Insulin aufgrund seiner Rolle bei der Entwicklung eines Diabetes mellitus auch bei medizinischen Laien bekannt ist, gehört sein Gegenspieler, das Glukagon, eher zu den unbekannten Hormonen. Beide werden in den Langerhans-Inselzellen der Bauchspeicheldrüse produziert. Übrigens ist die Bezeichnung „Insulin“ von diesen Inseln abgeleitet.

Insulin: zentral für den Zuckerstoffwechsel

Der wichtigste Energielieferant für unseren Organismus ist der Einfachzucker Glukose (Traubenzucker). Er wird von den Körperzellen in einem komplexen biochemischen Vorgang, der Glykolyse, in energiespeichernde chemische Verbindungen und Wasser gespalten. Mithilfe dieser energiespeichernden Verbindungen können die Körperzellen die chemischen Reaktionen durchführen, die für den Betrieb und die Unterhaltung des Körpers erforderlich sind.

Insulin sorgt dafür, dass die im Blut transportierte Glukose schnell von den Zellen aufgenommen wird.. Ausgenommen davon sind die Gehirnzellen und roten Blutkörperchen, die Glukose unabhängig vom Insulin aufnehmen, weil sie ihre Energie im Gegensatz zu anderen Körperzellen nur aus Glukose gewinnen können. Neben seiner Wirkung auf den Glukosestoffwechsel regt Insulin in den Zellen von Leber, Niere, Darmschleimhaut und Muskulatur die Bildung von Triglyzeriden (Neutralfetten) an und fördert überall im Körper die Aufnahme der aus den Nahrungseiweißen stammenden Aminosäuren in die Zellen.

Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet, sobald Hormone des Magens signalisieren, dass kohlenhydratreiche Nahrung aufgenommen wurde. Die darin enthaltenen Zucker werden im Darm in Glukose gespalten, die dann ins Blut gelangt, sodass der Blutzuckerspiegel ansteigt. Die Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse erreicht 3–5 Minuten nach dem ersten Hinweis auf einen ansteigenden Blutzucker für etwa 10 Minuten ihren Höchstwert; dabei wird vor allem das gespeicherte Insulin freigesetzt. Anschließend gibt die Bauchspeicheldrüse so lange nachproduziertes Insulin ab, bis der Blutzuckerspiegel wieder im Normalbereich liegt.

Glukagon: der Gegenspieler des Insulins

Sobald der Blutzuckerspiegel unter das kritische Niveau von 50 Milligramm pro 100 Milliliter sinkt (Hypoglykämie oder Unterzuckerung), wie es bei Nahrungsmangel der Fall ist, schüttet die Bauchspeicheldrüse den Insulin-Gegenspieler Glukagon aus. Dieses Hormon gelangt über das Blut vor allem zur Leber, die sowohl Glukose in die Zuckerspeicherform Glykogen umwandeln kann, als auch aus Glykogen wieder Glukose herzustellen und sie ins Blut abzugeben.. Den ersten Prozess hemmt Glukagon, während es den zweiten fördert. Glukagon ist binnen weniger Minuten aus dem Blut abgebaut, sodass es seine Wirkung – die Anhebung des Blutzuckerspiegels – ausgesprochen rasch entfaltet. Bei durchschnittlicher Nahrungszufuhr besteht ein fast konstantes Wechselspiel zwischen Glukagon und Insulin.

Insulin und Glukagon in der Medizin

Ist die Produktion oder Wirkung von Insulin im Organismus gestört, hat das schwerwiegende Folgen: Die Zellen können nicht mehr ausreichend Glukose verstoffwechseln und werden dadurch nicht angemessen mit Energie versorgt. Gleichzeitig steigt der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten ungebremst an. Die Folge ist ein Diabetes mellitus. Früher unterschied man einen insulinabhängigen von einem insulinunabhängigen Diabetes. Der Typ-1-Diabetes galt als insulinabhängig, weil die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr herstellen kann, während der Typ-2-Diabetes als insulinunabhängig galt, weil eigentlich zu viel Insulin im Blut ist, das aber nicht mehr an den Zellen wirken kann (Insulinresistenz). Inzwischen weiß man aber, dass die Zusammenhänge komplizierter sind, und hat diese Einteilung verlassen.

Menschen, die an einem Diabetes mellitus leiden, müssen sich oft Insulin zuführen. Das erfolgt bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes über Injektionen unter die Haut sowie vor allem beim Typ-1-Diabetes mithilfe von Injektionspumpen, welche die normale Insulinabgabe durch die Bauchspeicheldrüse nachahmen.

Auch Glukagon lässt sich medizinisch einsetzen. Viele Diabetiker führen ein Notfall-Set mit Glukagon mit sich. Bei einer starken Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit muss ein Ersthelfer das Glukagon in einen Muskel oder unter die Haut spritzen, damit der Blutzuckerspiegel wieder ansteigt.

Mehr Informationen zum Thema Diabetes mellitus finden Sie hier.  

Glaukom - Grüner Star_15.07.2011

Der Begriff Glaukom, der sogenannte Grüne Star, ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Auges, die unbehandelt den Sehnerv schädigen und zur Erblindung führen können. Risikofaktoren sind

  • ein erhöhter Augeninnendruck und
  • Abweichungen von der normalen Durchblutung des Sehnervs und der Retina (Netzhaut), z. B. eine unzureichende Durchblutung oder eine gestörte Blutversorgung der Nervenzellen der Netzhaut.

Das Heimtückische an der Erkrankung ist, dass sie keine Schmerzen verursacht und dem Glaukomauge äußerlich nichts anzusehen ist. Wird der grüne Star jedoch rechtzeitig erkannt, kann er gut behandelt werden.

Früherkennung

Deshalb empfiehlt es sich ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig (alle ein bis maximal zwei Jahre) zum Augenarzt zu gehen und sich auf einen Grünen Star hin untersuchen zu lassen. Ist ein Glaukom in der Familie bekannt, sollte man bereits ab 35 Jahren seine Augen kontrollieren lassen. Auch bei Diabetes ist eine Früherkennungsuntersuchung ratsam.

Kostenübernahme

Die Glaukom-Früherkennung, zu der unter anderen ein Sehtest, die Messung des Augeninnendrucks und die Untersuchung des Gesichtsfeldes gehören, ist keine erstattungsfähige Vorsorgeleistung. Der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss lehnt dies bisher ab. Sie wird daher als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) vom Augenarzt angeboten. Die Kosten der Behandlung müssen Sie deshalb selbst bezahlen. Bei Vorliegen eines Glaukoms werden die Kosten der Behandlung selbstverständlich von der PBeaKK im Rahmen der üblichen Leistungen erstattet.

Glaukomformen

In der Augenheilkunde unterscheidet man Glaukomformen nach verschiedenen Kriterien, z. B. nach primären Glaukomen und Sekundärglaukomen. Ein primäres Glaukom tritt meist spontan, ohne direkt erkennbare Ursache auf. Bei einem Sekundärglaukom lässt sich die Glaukomerkrankung auf eine bestimmte Ursache zurückführen, beispielweise auf eine Verletzung oder Entzündung, einen Tumor oder bestimmte Medikamente.

Primäres Glaukom

Ein primäres Glaukom mit offenem Kammerwinkel ist die häufigste Glaukomform. Die genaue Ursache ist hier nicht bekannt. Der Zustand des Augenkammerwinkels im Auge ist hier ein wichtiges Kriterium. Im Kammerwinkel erfolgt der Abfluss des sogenannten Kammerwassers, das die Augenlinse und die Hornhaut ernährt. Störungen des Abflusses können zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks führen. Als Augeninnendruck wird der Druck im Inneren des Auges bezeichnet. Im Normalbereich beträgt er 15 bis 21 mmHg. Den Augeninnendruck muss das Auge ständig selbst aufbauen und einstellen. Hierzu produziert das Auge das Kammerwasser, das im Inneren des Auges abgegeben wird und an bestimmten Stellen wieder aus dem Auge abfließt. Der Augeninnendruck ist bei einem primären Glaukom mit offenem Kammerwinkel meist mäßig erhöht (25-35 mmHg). Mit speziellen Augentropfen lässt sich der Innendruck des Auges wieder senken und einer Schädigung des Sehnervs vorbeugen. Allerdings gibt es auch sogenannte Normal- oder Niederdruckglaukome, bei denen der Druck im statistisch definierten Normalbereich liegt (unter 21 mmHg) und trotzdem Schäden am Sehnerv vorkommen können. Meist tritt das Glaukom in höherem Lebensalter auf. Unbehandelt führt die Erkrankung zum allmählichen Funktionsverlust des Auges, schlimmstenfalls kann es zu einer Erblindung kommen. Anfänglich treten keine Beschwerden auf, erst im Spätstadium kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Das Gesichtsfeld ist der Bereich der Außenwelt, der bei ruhiger Kopfhaltung wahrgenommen wird, ohne das Auge zu bewegen. Bei einem Glaukom kommt es auf dem Bild, das in unserem Gehirn von der Außenwelt entsteht, zu inselförmigen „blinden Flecken“. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kommt es zu Ausfällen über den ganzen Sichtbereich. Diese großflächigen Ausfälle führen dazu, dass Sehleistungen nur noch in einem zentralen Bereich möglich sind.

Sekundäres Glaukom

Bei einem sekundären Glaukom ist der Augeninnendruck infolge einer Augenerkrankung oder einer Systemerkrankung erhöht, z. B. Durchblutungsstörungen bei Diabetes mellitus. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Medikamente z. B. Kortison einnehmen, empfiehlt es sich, regelmäßig beim Augenarzt den Augeninnendruck kontrollieren zu lassen. Das heißt aber keinesfalls, dass eine lang andauernde Kortisoneinnahme unweigerlich zu einem Glaukom führen muss. Nur etwa 5 % der Bevölkerung reagieren hoch empfindlich auf Steroide (Kortisone und ihre chemischen Verwandten).

Angeborenes Glaukom

Es gibt auch angeborene Glaukome, die besonders im 1. Lebensjahr häufig beidseitig vorkommen. Ursachen können eine Fehlbildung oder eine mangelnde Ausreifung des Kammerwinkels mit Behinderung des Kammerwasserabflusses sein.

Akutes Winkelblockglaukom

Beim akuten Winkelblockglaukom steigt der Augeninnendruck sehr rasch auf massiv erhöhte Werte von über 60 mmHg an. Symptome bei einem akuten Winkelblockglaukom sind z. B.:

  • starke Augen- und Kopfschmerzen
  • plötzliche Sehverschlechterung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Rötung des Auges
  • Verhärtung des Augapfels.

Man spricht hier von einem Glaukomanfall. Der akute Glaukomanfall ist ein dringender Notfall und muss sofort augenärztlich versorgt werden.


Glaukomtherapie

Mit einer Glaukomtherapie wird versucht, den Sehnerv und damit das Gesichtsfeld zu erhalten und zu verhindern, dass die Krankheit fortschreitet. Man behandelt ein Glaukom in der Regel zunächst medikamentös. Bleibt die Therapie mit Medikamenten erfolglos, kommt eine Laserbehandlung oder schließlich eine Operation in Frage. Weitere Informationen erhalten Sie auf http://www.glaukom.de/ 

Das optimale Frühstück_01.07.2011

Der perfekte Start in den Tag gelingt am besten mit einem optimalen Frühstück – genussvoll und trotzdem kalorienbewusst. Ein gutes Frühstück hält außerdem lange vor. Sind in der ersten Tagesmahlzeit überwiegend Eiweiße und Fette enthalten, hält das Sättigungsgefühl länger an. Anders dagegen verhält es sich mit zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln.

Ein naturbelassenes Müsli kombiniert mit Naturjoghurt oder Milch macht satt und ist die bessere Wahl gegenüber Cornflakes oder Fertigmüslis. Frühstücksflocken und viele Fertigmüslis sind meist stark mit Zucker angereichert. Die beste Bilanz haben pure Hafervollkornflocken kombiniert mit Milch oder Joghurt. Nicht übertreiben sollte man die Beigabe von nahrhaften Schalenfrüchten, wie Haselnüssen, Walnüssen oder Macadamianüssen. Diese sind gesund, warten aber mit sehr vielen Kilokalorien auf. Jederzeit auf den Löffel kann Naturjoghurt mit frischem Obst. Kalorienarme Obstsorten sind zum Beispiel Papaya, Erdbeeren und Himbeeren.

Gut zum Frühstück passt ungesüßter Tee oder Wasser. Natürlich muss niemand auf das Glas Orangensaft zum Frühstück verzichten. Nur sollten Fruchtsäfte nicht als Durstlöscher genutzt werden, da der enthaltene Fruchtzucker die Insulinausschüttung sehr stark stimuliert.

Diejenigen, die ihr Frühstück gern herzhaft mögen, können bei Rühreiern, Spiegeleiern oder Fisch herzhaft zugreifen und sollten dafür besser den gebratenen Frühstücksspeck und die Würstchen stehen lassen. Wer morgens nicht auf Brötchen verzichten möchte, sollte zur Vollkornvariante greifen. Das Verhältnis von Kalorien zu Volumen ist bei Vollkornbrot deutlich günstiger als bei Weißbrot. Für den Belag empfiehlt sich gewachsenes Fleisch, zum Beispiel Schinken, Kasseler oder Bratenaufschnitt. Bei diesen Sorten ist die Energiedichte deutlich geringer als bei industriell verarbeiteter Wurst wie Salami oder Leberwurst. Für diejenigen, die es lieber süß mögen: Marmelade enthält nur halb so viele Kilokalorien wie Nussnougatcreme. 

Weltblutspendetag am 14.06.2011_14.06.2011

Täglich werden 15.000 Blutspenden für Operationen, für die Behandlung schwerer Krankheiten wie z.B. Krebs und zur Versorgung von Unfallopfern benötigt. Es kommt aber immer wieder zu Engpässen, obwohl bereits 2 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig Blut spenden. Auch vor dem Hintergrund, dass viele engagierte Menschen altersbedingt nicht mehr spenden können, reicht die Anzahl an Blutspendern in den nächsten Jahren nicht mehr aus. Aus diesem Grund rufen Hilfsorganisationen erstmals seit 2004 jährlich am 14. Juni zum Blutspenden auf. Zentrales Ziel ist es freiwillige und unentgeltliche Blutspenden zu erhalten und junge Erwachsene als neue Spenderinnen und Spender zu gewinnen.

Auch Sie können Blut spenden

Jede gesunde Person im Alter von 18 – 68 Jahren mit einem Körpergewicht ab 50 Kilogramm kann nach einem vorherigen Bluttest Blut spenden. Bei der ersten Spende dürfen Sie allerdings nicht älter als 60 Jahre sein. Im Jahr können Männer bis zu 6-mal und Frauen bis zu 4-mal Blut spenden. Schwangere sollten zum eigenen Schutz pausieren.

Nur ein kleiner Pieks…

Zur Blutspende sollten Sie Ihren Personalausweis und, falls bereits vorhanden, Ihren Unfallhilfe- und Blutspender-Pass mitbringen. Vor der Blutspende sollten Sie ausreichend gegessen und getrunken haben. Für die Blutspende sollten Sie sich ca. 1 – 1,5 Stunden Zeit nehmen, denn vor der Spende bekommen Sie den Ablauf erklärt. Sie erhalten einen Bogen mit Gesundheitsfragen und ein Arzt misst Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und Eisengehalt des Blutes. So sind Sie sicher, dass Sie spenden können. Für die Blutspende selbst entnimmt man Ihnen ca. 500 ml Blut. Außer einem kleinen Pieks spüren Sie dabei nichts. Die Menge an Blut kompensiert der Körper sehr schnell wieder. Die weißen Blutkörperchen, die für die Krankheitsabwehr wichtig sind, werden innerhalb eines Tages ersetzt. Etwas länger dauert es bei den roten Blutkörperchen.
Nach der Spende sollten Sie sich auf jeden Fall 10 – 30 Minuten entspannen, etwas essen und viel trinken. Körperliche Anstrengung, Alkohol, Sauna und Sport meiden.


Zu Ihrer Sicherheit

Für jede Spende wird steriles Einmalmaterial verwendet, so dass Sie sich bei der Blutspende nicht mit Krankheitserregern anstecken können. Falls Sie merken, dass Ihnen schwindelig wird, sollten Sie sich sofort hinlegen.
Risikogruppen sind von einer Blutspende ausgeschlossen, z. B. Benutzer von Injektionsdrogen und Träger übertragbarer Infektionen (z. B. HIV, Hepatitis). Auch bei einigen chronischen Erkrankungen und ständigen Arzneimittelbehandlungen kann eine Spende dauerhaft unmöglich sein.
Übrigens: Raucherinnen und Raucher dürfen spenden.

Hier können Sie spenden

In Universitätskliniken und vielen Krankenhäusern, beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes und bei kommunalen und privaten Blutspendediensten können Sie Blut spenden.  


So wird Ihr Blut verwendet

Die Annahme, dass Unfallopfer den größten Teil an Blutspenden benötigen, ist nicht richtig. In Wirklichkeit wird das meiste Blut für die Behandlung von schwer kranken Patienten, z. B. bei Krebs- oder Herzerkrankungen, benötigt. Und: Blutübertragungen machen viele Operationen und Krebstherapien erst möglich.
Weitere Informationen erhalten Sie auf www.einfachlebenretten.de/.

Stresshormone: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol_01.06.2011

Unter dem Begriff ‚Hormone’ werden eine Vielzahl von biochemischen Botenstoffen zusammengefasst, die Stoffwechselprozesse und andere Körperfunktionen anstoßen oder regulieren. Hormone werden vom Körper selbst produziert und sind meist in komplexen Reaktionsabläufen miteinander verbunden.

Adrenalin

Zu den bekanntesten Hormonen gehört das Adrenalin. In der Formulierung „Mein Adrenalin-Pegel steigt“ hat es der Botenstoff aus dem Nebennierenmark schon in den allgemeinen Wortschatz geschafft. Bezeichnet wird damit ein Zustand gespannter Erwartung, der genau dem entspricht, was Adrenalin tatsächlich im Organismus auslöst.

Bereit zum Angriff – oder zum Flüchten

Adrenalin gehört zu den sogenannten Stresshormonen. Es wird im Nebennierenmark produziert und in Stresssituationen ins Blut ausgeschüttet. Gelangt es an die entsprechenden Rezeptoren des Herz-Kreislauf-Systems, der Bronchien, des Auges, des Magen-Darm-Traktes und der Harnblase, steigen Herzfrequenz und Blutdruck, die Bronchien und die Pupillen erweitern sich, gleichzeitig werden Peristaltik und Harnproduktion ruhig gestellt. Der Abbau von Fett und Glykogen wird gesteigert, so dass dem Körper mehr Energie zur Verfügung steht. Der Mensch befindet sich in Alarmbereitschaft. Das ist vermutlich auch der entwicklungsgeschichtliche Hintergrund dieses Mechanismus: In Erwartung eines Angriffs versetzt das Adrenalin den Körper in die Lage, schnell zu reagieren. Ob diese Reaktion darin besteht, selbst anzugreifen oder zu fliehen, ist dabei gleichgültig. Adrenalin wird bei Angst, Aufregung, Wut, Anspannung, Erwartung und ähnlichen Emotionen ausgeschüttet und verstärkt diese Emotionen wiederum.

Wichtiges Hilfsmittel in der Notfallmedizin

Künstlich hergestelltes Adrenalin wird in der Notfallmedizin intravenös gespritzt, um bedrohliche körperliche Zustände wie Herzstillstand oder Kreislaufschock aufgrund einer anaphylaktischen Reaktion aufzulösen. Bei schweren Atemwegskrämpfen wird Adrenalinlösung inhaliert. Adrenalin wird auch als Zusatz bei der lokalen Betäubung verwendet, um deren Wirkung zu verlängern.

Mit der Spannung steigt der Blutdruck: Noradrenalin

Weit weniger bekannt als das Adrenalin ist das Noradrenalin. Es gehört zur gleichen biochemischen Stoffklasse wie Adrenalin und wird ebenfalls im Nebennierenmark gebildet. Das Hormon ist eine wichtige Stufe bei der Erzeugung von Adrenalin. Es wird aber auch direkt von den Nebennieren in den Blutkreislauf abgegeben. Seine Wirkung ähnelt der des Adrenalins: Noradrenalin regt die kleinen Blutgefäße an, sich zusammen zu ziehen, so dass der Blutdruck steigt. Noradrenalin ist außerdem Neurotransmitter des Sympathikus, eines Teils des vegetativen Nervensystems, und bewirkt, dass Kreislauf und Stoffwechsel zu erhöhter Leistung bereit sind, wenn der Sympathikus aktiviert wird. Die Auslöser für die Ausschüttung entsprechen dem Adrenalin.

Wirkt gegen den Schock

Aufgrund seiner Wirkung wird Noradrenalin in der Intensivmedizin eingesetzt, vor allem bei körperlichen Schockzuständen und bei extrem niedrigem Blutdruck.

Wirkt nachhaltig – Cortisol

Das Hormon Cortisol wird in der Nebennierenrinde produziert, es gehört einer anderen biochemischen Stoffgruppe an als Adrenalin und Noradrenalin. Während Adrenalin und Noradrenalin sehr schnell ausgeschüttet und wieder abgebaut werden, reagiert das Cortisol-System langsamer. Gesteuert wird die Ausschüttung des Hormons vom Hypothalamus über die Hypophyse. Er regt in einem Rhythmus von sieben bis zehn Tagen die Produktion von Cortisol an. Außerdem schwankt der Cortisol-Spiegel im Blut auch im Laufe des Tages. Nach dem Aufstehen ist er am höchsten. Cortisol hat im Gegensatz zu den bereits beschriebenen Hormonen eine langfristigere Wirkung. Es erhöht den Blutzuckerspiegel, fördert den Fettabbau und regt den Proteinumsatz an. Außerdem schwächt Cortisol die Immunreaktion. Es unterstützt die akute Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin, bereitet den Körper aber auch auf eine länger dauernde, konstante Anstrengung vor und wird auch während dieser Stressphasen erhöht ausgeschüttet. Während anstrengender Phasen in Beruf, Ausbildung oder Familie ist der Cortisol-Spiegel im Blut deutlich erhöht – und das auch noch einige Tage, nachdem sich die Belastung wieder normalisiert hat. Betroffene nehmen diese Wirkung oft als fehlende Entspannung oder als innere Anspannung wahr. Durch die dämpfende Wirkung, die Cortisol auf das Immunsystem hat, sind viele Menschen in Stressphasen auch stärker anfällig für Infektionskrankheiten.

Entzündungshemmend: Cortisol in der Medizin

Synthetisch hergestelltes Cortisol ist unter dem Namen Hydrocortison bekannt. Es wirkt, genau wie die körpereigene Version, entzündungshemmend und dämpft das Immunsystem. Hydrocortison wird vor allem bei allergischen oder entzündlichen Hautkrankheiten als Creme oder Salbe genutzt  Außerdem wird Hydrocortison bei bestimmten Krankheiten eingesetzt, bei denen zu wenig Cortisol gebildet wird (z.B. Addison-Krankheit) oder die Hormonsynthese gestört ist (adrenogenitales Syndrom).

Osteoporose _13.05.2011

Osteoporose, auch als Knochenschwund bekannt, ist eine Volkskrankheit: 26 Prozent der über 50-Jährigen sind davon betroffen. Unter diesen erleiden im Jahr etwa vier Prozent einen Knochenbruch. Osteoporose ist meist eine typische Alterserscheinung: Aufgrund natürlicher Prozesse bildet sich die innere und äußere Knochensubstanz zurück. Die Knochen und das gesamte Skelett werden zunehmend instabiler und brüchiger. Mit medikamentösen Therapien, physiotherapeutischen Maßnahmen und einem gesunden Lebensstil lässt sich Osteoporose aufhalten. Die Stabilität und Beweglichkeit der Betroffenen kann deutlich verbessert werden.

Osteoporose ist eine Alterserscheinung

In 95 Prozent aller Fälle handelt es sich bei einer Osteoporose um eine, in gewissem Umfang, natürliche Alterserscheinung. Sie wird dann als primäre Osteoporose klassifiziert. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr baut der Körper mehr Knochenmasse ab, als er aufbaut. Aufgrund individueller Faktoren führt dieser natürliche Knochenabbau bei manchen Menschen dazu, dass sich die stabilisierenden Knochenbälkchen im Inneren der Knochen bis zur Brüchigkeit verringern. Ein Sturz oder alltägliche Tätigkeiten wie das Anheben einer schweren Einkaufstasche können dann einen Knochenbruch hervorrufen. Neben den Lebensjahren sind Ernährungsfehler, bestimmte Krankheiten, erbliche Vorbelastung, Bewegungsmangel, langjähriger starker Nikotin- oder Alkoholkonsum, langjährige Einnahme von Antiepileptika oder Kortison-Tabletten und niedriges Körpergewicht wichtige Faktoren, die eine Osteoporose begünstigen.

Risikofaktor Östrogenmangel

Frauen nach der Menopause entwickeln besonders oft eine Osteoporose. Die Eierstöcke stellen die Produktion von Östrogen ein, der Östrogenspiegel sinkt. Dadurch wird aber auch der Knochenstoffwechsel angeregt, so dass vermehrt Kalzium aus den Knochen ins Blut abgegeben wird. Aufgrund des hohen Gehalts im Blut wird weniger Kalzium aus der Nahrung in den Körper aufgenommen. Der Knochenabbau beschleunigt sich stark. Frauen jenseits der 50 sind deswegen fünfmal häufiger von Osteoporose betroffen als Männer im selben Alter. Aber auch Männer sollten das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, nicht unterschätzen. Weil Osteoporose selbst bei vielen Ärzten als ‚Frauenkrankheit’ gilt, werden Männer oft erst nach unerklärlichen Knochenbrüchen auf Osteoporose untersucht.

Verdächtige Symptome

Osteoporose entwickelt sich schleichend und ist von den Betroffenen nur schwer zu erkennen. Ein starkes Warnzeichen ist ein Knochenbruch aufgrund eines eigentlich harmlosen Sturzes. Auch akut auftretende starke Rückenschmerzen können ein Symptom sein: Wirbelkörper-Einbrüche sind typisch für Osteoporose. Sie sind auch die Ursache für den Rundrücken, den man bei älteren Menschen oft beobachten kann.

Knochendichte allein ist nicht aussagekräftig

Hat der Arzt ein erhöhtes Osteoporose-Risiko festgestellt, wird an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte eine Knochendichtemessung vorgenommen. Der ermittelte Wert hat keine absolute Aussagekraft, sondern muss vom Arzt im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren wie Alter, Sturzgefährdung und Vorerkrankungen bewertet werden. Davon hängt auch der Therapieansatz ab: Osteoporose wird nur bei hohem Knochenbruch-Risiko mit speziellen Medikamenten behandelt. In den meisten Fällen empfiehlt der Arzt eine Umstellung der Ernährung sowie physio- und bewegungstherapeutische Maßnahmen. Betroffene sollten ihre Ernährung auf eine Kost umstellen, die reich an Kalzium und Vitamin D ist. Damit kann das Fortschreiten der Krankheit aufgehalten und die Knochendichte verbessert werden. Sehr wichtig sind Bewegungstherapien oder Trainings, mit denen Balance, Koordinationsvermögen und Mobilität der Betroffenen verbessert wird. Liegt ein starker Mangel an Kalzium und Vitamin D vor, wird der Arzt Vitamin- und Mineralstoffpräparate verschreiben.

Gegen den Knochenschwund angehen

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Bewegung sind die beste Vorbeugung gegen Osteoporose – und das schon deutlich vor dem 40. Lebensjahr. Auch Menschen, die schon an Knochenschwund leiden, verbessern mit regelmäßiger Bewegung ihre Situation deutlich und vermindern das Risiko, dass ein Knochen bricht. Keine gute Idee ist es, ohne Rücksprache mit dem Arzt Kalzium- und Vitamin-D-Präparate zu schlucken. Denn bei Überdosierung beider Präparate kann der Kalziumgehalt im Blut ansteigen. Vergiftungserscheinungen, Knochenabbau und Kalkablagerungen können die Folge sein.

Weitere Informationen zu diesem Thema stellen der Wissenschaftliche Dachverband Osteologie sowie der Verein "Kuratorium Knochengesundheit" zur Verfügung.

www.dv-osteologie.org/

www.osteoporose.org/

Wer war Hippokrates?_02.05.2011

Sein Leben

Nur wenige Fakten aus dem Leben des großen Mediziners sind überliefert. Hippokrates wurde 460 v. Chr. in Griechenland auf der Insel Kos geboren. Sein Vater Heraklides war ein Priesterarzt. Das bedeutet, dass er dem Heilgott Asklepios diente. Für die Heilung seiner Patienten spielten religiöse Rituale eine große Rolle. Wie die Tradition es wollte, wurde Hippokrates von seinem Vater unterrichtet. Während dieser Zeit wurde Hippokrates klar, dass er Arzt, aber kein Priester werden wollte. Um Erfahrungen zu sammeln und sein Wissen zu erweitern, ging er auf Reisen. Später kehrte er nach Kos zurück und gründete eine Medizinschule. Er war bereits zu Lebzeiten hoch angesehen. Hippokrates starb vermutlich im Alter von 83 Jahren.

Überlieferte Dokumente

Wunderbarerweise blieb ein Original-Dokument, das „Corpus hippocraticum“, erhalten. Es erzählt vom Denken und Handeln des Hippokrates und besteht aus 53 Büchern. In den Jahren 330 bis 310 v. Chr. wurden die Papiere der Schule von Kos von den Bibliothekaren von Alexandria gekauft. Die Papyrusrollen, auf denen die Schriften standen, wurden von der Lagerung und den Transporten in Mitleidenschaft gezogen und daher immer wieder von Hand abgeschrieben. Heute weiß man zwar, dass nicht alle Texte von Hippokrates selbst stammen, sondern auch von anderen Mitgliedern der Schule von Kos sowie von seinem Schwiegersohn Polybos. Trotzdem sind sich die Historiker einig: Hippokrates war einer der größten Ärzte aller Zeiten.

Seine Erkenntnisse

Hippokrates bemühte sich um eine wissenschaftliche Vorgehensweise. Zwar irrte auch er sich manchmal, weil er von falschen Voraussetzungen ausging und damit zwangsläufig falsche Schlussfolgerungen zog. Auch waren ihm viele Erkenntnisse der heutigen Medizin unbekannt, zum Beispiel das Vorhandensein von Bakterien oder dem Immunsystem. Dennoch erkannte Hippokrates richtig, dass die Natur sich selbst hilft. Seine Meinung dazu war: Die Natur ist der Arzt der Krankheiten und der Arzt ist der Diener und Deuter der Natur.

Herausragende Bedeutung

Die herausragende Bedeutung von Hippokrates – er dachte als erster Arzt wie ein Wissenschaftler. Er hinterfragte alles. Welche Beweise gibt es? Ist das wirklich so? Auch wenn andere berühmte Mediziner etwas behaupteten übernahm er ihre Erkenntnisse nur, wenn sie mit seinen Erkenntnissen übereinstimmten. Er lehrte, die Patienten unvoreingenommen zu beobachten und anschließend auf die Krankheit und deren Ursache zu schließen. Das daraufhin verordnete Heilverfahren sollte eine erwiesene Wirkung haben.

Hippokrates legte mit der Einführung des wissenschaftlichen Denkens in der Medizin die Grundlage für alle nachfolgenden Fortschritte auf diesem Gebiet. 

Harninkontinenz bei Frauen_20.04.2011

Harninkontinenz – oder Blasenschwäche – ist eine häufige Erkrankung, unter der in Deutschland etwa vier Millionen Frauen leiden, wobei mit steigendem Alter die Harninkontinenz zunimmt. Dennoch ist Blasenschwäche immer noch ein Tabuthema. Obwohl die Angst vor dem ungewollten Urinverlust den Tagesablauf im Büro oder beim Sport erheblich belasten kann, gehen aus Schamgefühl nur etwa drei von zehn betroffenen Frauen zum Arzt. Doch mit ihrem Schweigen machen sich die Patientinnen das Leben unnötig schwer.  “Wenn man sich frühzeitig mit dem Problem auseinandersetzt, ist Harninkontinenz fast immer vermeidbar“, so Klaus-Peter Jünemann, Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft,.

Formen der Inkontinenz

Eine der häufigsten Inkontinenzformen ist die Belastungs- oder Stressinkontinenz. An ihr leidet etwa die Hälfte aller harninkontinenten Frauen. Eine weitere Form der Blasenschwäche ist die Dranginkontinenz. Von ihr sind etwa 20 Prozent der Frauen betroffen, die unfreiwillig Urin verlieren. Etwa ein Drittel der harninkontinenten Frauen leidet unter einer Mischform beider Inkontinenztypen. Diese drei Inkontinenzformen treten bei Frauen am häufigsten auf.  

Die Belastungsinkontinenz

Bei einer Belastungsinkontinenz kommt es bei körperlichen Anstrengungen zu Urinverlust, z.B. durch  Husten, Niesen, Lachen oder Treppensteigen. Ein gesunder Schließmuskel meistert solche Belastungen ohne weiteres. Denn normalerweise stabilisiert die Beckenbodenmuskulatur die Organe im Bauchraum und gibt auch der Blase genügend Halt. Ist der Beckenboden jedoch wegen einer Geburt, durch Operationen, Gewebeschwäche, Hormonumstellungen oder aufgrund von Übergewicht geschwächt, kann er dem Harndruck nicht standhalten. Doch ein schwacher Beckenboden ist kein unabwendbares Schicksal. Mit der richtigen Therapie lassen sich bei dieser Inkontinenzform die Beschwerden bei mehr als 90 Prozent der betroffenen Frauen vollkommen beheben, sagen Experten.

Beckenbodentraining

Als eines der geeigneten Mittel hat sich ein gezieltes, regelmäßiges Beckenbodentraining – spezielle Übungen für die Muskeln im vaginalen Bereich – erwiesen. Am besten unter Anleitung von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten. Auch ein deutliches Abnehmen kann Abhilfe schaffen, denn überflüssige Pfunde lasten schwer auf dem Beckenboden.  Auch regelmäßige körperliche Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist förderlich, weil bei ihnen kein Druck auf Bauch und Beckenboden entsteht.

Auf jeden Fall: Genug trinken

Aus Angst vor ungewolltem Urinverlust trinken viele Frauen immer weniger und suchen vorsorglich die Toilette auf. Doch auf diese Weise trainieren sie ihre Blase genau in die „falsche Richtung“. Nach einiger Zeit toleriert der Körper nur noch geringe Mengen Urin und provoziert damit erst recht einen Harndrang. Ein gesunder Mensch sammelt 300 bis 400 Milliliter Urin in der Blase. Zu frühe Toilettengänge und eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können die Blasenkapazität auf 200 Milliliter reduzieren. Sensoren in der Blasenwand senden dann falsche Signale an das Gehirn. So kann, zumindest bei einigen Betroffenen, eine Dranginkontinenz entstehen.

Die Dranginkontinenz

Kennzeichen der Dranginkontinenz ist ein plötzlicher, starker Harndrang. Oft ist er so stark, dass die Betroffenen die Toilette  nicht mehr rechtzeitig erreichen. Grund dafür ist ein Steuerungsfehler in der Blase. Obwohl sie vielleicht gerade entleert wurde, melden Dehnungsfühler in der Blasenwand fälschlicherweise an die Steuerzentren in Gehirn und Rückenmark: “Die Blase ist gefüllt.“ Die Muskulatur der Blasenwand zieht sich daraufhin zusammen, bis sich der Drang zum Wasserlassen nicht mehr beherrschen lässt.

Das Toiletten-Training

Patientinnen können selbst viel dazu beitragen, ihr Leiden in den Griff zu bekommen. Beispielsweise mit dem gezielten „Toiletten-Training“. Nach einem genauen Zeitplan und in Absprache mit dem Arzt gewöhnen die Betroffenen die Blasenmuskulatur daran, sich nur noch zu bestimmten Tageszeiten zu entleeren. Tatsächlich können viele Inkontinente nach einem solchen Training die Harndranganfälle reduzieren und die Abstände zwischen den Toilettenbesuchen allmählich vergrößern.

Je nach Diagnose sind manchmal zusätzlich Medikamente (Inkontinenzmittel) nötig. Bei immerhin 80 bis 90 Prozent der Patienten mit Dranginkontinenz führt das Blasentraining allein oder in Kombination mit Medikamenten zum Erfolg. Operationen sind bei der Dranginkontinenz nur selten notwendig. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

Die WHO und der Weltgesundheitstag am 07.April_04.04.2011

Die WHO - Vision und Ziele

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Hauptsitz in Genf ist für die öffentliche Gesundheit im Rahmen der Vereinten Nationen zuständig. Die WHO wurde 1948 gegründet. Ihr vorrangigstes Ziel ist es, das höchstmögliche Gesundheitsniveau für alle Völker zu erreichen.

Die WHO setzt sich weltweit für eine bessere Ernährung sowie für die Verbesserung der Wohn- und Arbeitsbedingungen und der sanitären Verhältnisse ein. Sie bietet ihren 193 Mitgliedstaaten fachliche Unterstützung und bewertet und überwacht gesundheitliche Entwicklungen. Außerdem leistet sie Soforthilfe bei Katastrophen und unterstützt die medizinische Forschung. Die Weltgesundheitsorganisation ist federführend in globalen Gesundheitsfragen sowie in der Aufstellung von Normen und Standards. Die Agenda der WHO angesichts der Arbeit in einem zunehmend komplexen und sich rapide verändernden Umfeld enthält die nachfolgenden Punkte.

Gesundheitliche Ziele

  • Förderung der gesundheitlichen Entwicklung
  • Förderung der Gesundheitssicherheit

Strategische Bedürfnisse

  • Stärkung der Gesundheitssysteme
  • Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen, -daten und -erkenntnissen

Operative Ansätze

  • Ausweitung der Partnerschaften
  • Verbesserung der Leistung

Der Weltgesundheitstag

Seit 1950 wird der Weltgesundheitstag jährlich am 7. April begangen. Mit diesem Tag erinnert die WHO an ihre Gründung und möchte vorrangige Gesundheitsprobleme ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit rücken. In Deutschland wurde der Weltgesundheitstag 1954 zum ersten Mal aufgegriffen. Das Motto wechselt in jedem Jahr und stammt jeweils aus einem aktuellen Schwerpunktbereich der Arbeit der WHO. Der Weltgesundheitstag bildet den Auftakt für längerfristige Kampagnen, die weit über den 7. April hinausgehen und bietet weltweit die Gelegenheit, gesundheitspolitische Schlüsselthemen in Angriff zu nehmen.

Weltgesundheitstag 2011

Der Weltgesundheitstag 2011 steht international unter dem Motto: "Tackling antimicrobial resistance" (Bekämpfung der Antibiotikaresistenz). Die internationale WHO-Kampagne zu diesem Thema ist fokussiert auf die Schwerpunkte HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria Epidemie. Das deutsche Thema zum Weltgesundheitstag 2011 ist: "DART – gemeinsam Antibiotokaresistenzen verhüten und bekämpfen". "DART" steht hierbei für die "Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie", die im November 2008 veröffentlicht wurde. Nationaler Partner der WHO bei der Organisation des Weltgesundheitstages ist die Bundesvereinigung für Gesundheit.

Akupunktur_17.03.2011

Akupunktur gehört zu den ältesten Therapieverfahren, die Menschen entwickelt haben. Sie stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und wurde von chinesischen Ärzten schon vor über 2.000 Jahren angewandt. Im Westen wird sie seit den 1950er Jahren praktiziert. Die Weltgesundheitsorganisation hat bis heute rund 100 Symptombilder anerkannt, bei denen Akupunktur nachweislich Erfolge erzielt. Dazu gehören unter anderem Schmerz- und Suchtbehandlungen. Die PBeaKK erkennt Akupunktur im Rahmen einer Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder bei Kniearthrose an, soweit die medizinische Notwendigkeit gegeben ist. 

Nadelstiche, die gut tun

Bei der Akupunktur werden an bestimmten Stellen des Körpers feine Nadeln (lat. acus) eingestochen (lat. punctura; das Stechen, der Stich). Heute werden meist Einweg-Nadeln aus Edelstahl genutzt. Traditionell arbeitende Akupunkteure verwenden auch Nadeln aus Gold oder Silber. Die Nadeln sind zwischen 1, 5 und 7 Zentimeter lang. Die kurzen Nadeln werden im Gesicht, die langen für die tief liegenden Muskelpartien angewandt.

Eine Akupunktur-Sitzung dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Die Einstichpunkte bestimmen, ob der Patient bei der Behandlung sitzt oder liegt. Die Behandlungsatmosphäre sollte ruhig und entspannt sein. Bevor der Akupunkteur die Nadel einsticht, massiert er die Stelle leicht. Im Laufe einer Sitzung werden so wenig Nadeln wie möglich gesetzt. Die Anzahl der Nadeln hängt dabei unter anderem von der Konstitution des Patienten und der zugrunde liegenden Störung ab. Akupunktur ist in Deutschland kein geschützter Begriff. Wie alle Krankenkassen übernimmt die PBeaKK deswegen nur die Behandlungskosten von Ärzten, die eine fachlich anerkannte Qualifikation in „Spezieller Schmerztherapie“ und „Psychosomatischer Grundversorgung“ nachweisen können.

Wirkungsweise unbekannt

Die positive, schmerzlindernde Wirkung von Akupunktur bei bestimmten Erkrankungen, vor allem bei Verschleißerscheinungen in Gelenken, ist recht gut wissenschaftlich belegt. Der Mechanismus, auf dem diese Wirkung beruht, ist aus Sicht der modernen naturwissenschaftlich orientierten Medizin aber nicht ausreichend geklärt. Vermutet wird, dass der Organismus durch die Akupunktur angeregt wird, mehr schmerzlindernde Substanzen zu produzieren. Eine andere Hypothese geht davon aus, dass die Akupunktur das Reiz-Reaktions-Schema der Nerven beeinflusst. Ganz sicher spielt der Placebo-Effekt eine zentrale Rolle: Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einstichort für den Erfolg einer Akupunktur gleichgültig ist. Wichtig ist dagegen die vom Patienten als positiv empfundene Atmosphäre der Behandlung.

Den Fluss des Chi verbessern

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat dagegen sehr genaue Vorstellungen davon, was bei der Akupunktur geschieht. In ihrem Weltbild ist der Körper von sogenannten Meridianen durchzogen, auf denen die Lebensenergie, das Chi, fließt. Schmerzen oder andere Beschwerden werden als Störungen oder Stockungen dieses Flusses gedacht. Aufgabe des Arztes ist es, den Ursprung der Störung und damit den Meridian-Knoten zu finden, an dem die Akupunktur-Nadeln gesetzt werden müssen. Die TCM hat um die 400 Akupunktur-Punkte identifiziert, an denen sich auch viele westliche Akupunkteure orientieren.

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