Der Mensch ist von Natur aus zum Laufen gemacht. Und er sollte diese Fähigkeit gerade heute, wo Bewegungsmangel und gleichzeitig Hektik den Alltag prägen, gezielt für Gesundheit und Wohlbefinden nutzen. Nicht von ungefähr hat sich das Wandern in den letzten Jahren wieder zu einer beliebten Trendsportart entwickelt. Denn Wandern stärkt auf gelenkschonende Weise den Körper, regt Geist und Sinne an und entspannt die Seele, eingebettet in ein schönes Naturerlebnis.
Unter Sportmedizinern gilt Wandern als optimaler Gesundheitssport. Im Unterschied zu hohen sportlichen Anstrengungen beansprucht Wandern als Ausdauersport den Körper nur mäßig, dafür aber regelmäßig. Wandern belastet Gelenke und Sehnen nicht und führt kaum zu Verletzungen. Es ist ein schonender, allmählicher Weg zu einer lang andauernden Gesundheitsverbesserung. Entscheidend ist allerdings wie für jeden Ausdauersport die Regelmäßigkeit – sonst werden erzielte Erfolge schnell wieder zunichte gemacht.
Wandern fordert und fördert uns auf schonende Weise, denn es kann
Die positiven Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden hängen vor allem mit der körperlichen Aktivität zusammen. Sie können sich aber auch dadurch ergeben, dass etwa der Anblick einer schönen Landschaft auf die Psyche unmittelbar entspannend wirkt, Blutdruck und Puls „beruhigt“ und die Sinne anregt.
Man braucht nicht viel, um loszumarschieren: gute Schuhe, witterungsfeste Oberbekleidung gegen Wind und Wetter, Sonnencreme, etwas Proviant und gutes Kartenmaterial. Ganz wichtig ist geeignetes Schuhwerk, denn Blasen an den Füßen lassen jede Wanderung zur Qual werden. Lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten und laufen Sie die Schuhe vor der ersten Tour ein. Ihre Hände sollten Sie frei halten und notwendige Utensilien und Verpflegung in einem Rucksack tragen. Hier sollten Sie auf die Passform und die Ausstattung mit Entlastungspolstern und Rückenunterstützung achten. Vor allem bei Bergtouren können auch Teleskopstöcke für Entlastung sorgen.
Wichtig: Überschätzen Sie sich und andere nicht. Orientieren Sie sich bei der Planung immer am Leistungsvermögen des Schwächsten in der Gruppe. Grundsätzlich gilt für jeden Wanderer: Bringt das Wandern Sie aus der Puste, wird es ungesund. Als Faustregel gilt: Man sollte sich noch entspannt mit seinem Wanderkollegen unterhalten können. Vor allem bei längeren Wanderungen sind zwischendurch Pausen notwendig – möglichst alle 2 Stunden für 10 Minuten. In diesen Pausen sollten Sie essen und trinken und zur Erholung der Muskeln Dehn- und Lockerungsübungen durchführen.
Fortgeschrittene Wanderer zieht es aus den deutschen Mittelgebirgen hinaus und in die Bergwelt hinein. Bergwandern bis hinauf zu Gipfelkreuzen ist ein einmaliges Erlebnis und eine schweißtreibendende Angelegenheit. Beim Bergwandern sollten Sie trittsicher und schwindelfrei sein und über eine gute Kondition verfügen. Der deutsche Alpenverein mit seinen 354 Sektionen vermittelt in Kursen und Führungen, wie es sich in den Bergen am besten geht. Infos finden Sie unter www.alpenverein.de.
Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie vor einer Bergwanderung einige Punkte zur Unfallverhütung beachten:
Das Projekt „Wanderbares Deutschland“ will die Lust am Wandern durch Deutschland wecken. Die Idee ist, Routen, Touren und Unterkünfte zu zertifizieren (beurkunden) und so vorzustellen, dass jeder sie nachwandern kann. Der Clou: Zum Teil kann man sich sogar sein Gepäck transportieren lassen. Weitere Informationen finden Sie unter www.wanderbaresdeutschland.de/.