Radfahren ist ein optimales Ausdauertraining. Es bringt auf sanfte Weise Herz und Kreislauf in Schwung und stärkt die Lunge. Wer aufs Rad steigt, stärkt zudem sein Immunsystem gegen Infektionskrankheiten und beugt Gefäßveränderungen vor. Und weil es außerdem Spaß macht, durch die Landschaft zu sausen, bessert sich auch die Stimmung.
Mit anderen Worten: Leichter und effektiver können Sie mit kaum einer anderen Sportart etwas Gutes für Ihren Körper und Ihre Seele tun. Zudem ist Radfahren auch für Menschen, die lange keinen Sport betrieben oder Übergewicht haben, ideal, um langsam einzusteigen. Denn zumindest in ebenem Gelände ist keine allzu große Anstrengung erforderlich, um Mensch und Gefährt ins Rollen zu bringen.
Schutz vor Herzinfarkt
Bei einer Ausdauersportart wie dem Radfahren erhöht sich das Schlagvolumen des Herzens, der Puls wird niedriger, der Blutdruck sinkt. Das Herz arbeitet insgesamt ökonomischer und hält Belastungen eher Stand. Mit mäßigem, aber regelmäßigem Training können Sie so Schätzungen zufolge Ihr Herzinfarktrisiko um mehr als 50 Prozent reduzieren.
Außerdem baut der Körper beim Radfahren das „schlechte“ LDL-Cholesterin ab, das für die Verkalkung der Blutgefäße verantwortlich gemacht wird. Das die Gefäße schützende, „gute“ HDL-Cholesterin wird hingegen erhöht. In der Folge werden die Blutgefäße flexibler, es treten weniger Ablagerungen auf, das Risiko einer Arterienverkalkung verringert sich.
Schutz vor Rückenschmerzen und Stärkung der Muskeln
Fast jeder dritte Bundesbürger über 40 Jahren leidet an Rückenbeschwerden. Wer häufig das Fahrrad benutzt, kann dies verhindern oder bereits bestehende Beschwerden lindern – vorausgesetzt, das Fahrrad ist richtig eingestellt und der Oberkörper leicht vornüber gebeugt. Dadurch wird die Wirbelsäule entlastet und die Muskulatur gefestigt. Die gleichmäßigen Beinbewegungen kräftigen zudem die Lendenwirbelsäule, die durch Bandscheibenvorfälle gefährdet ist.
Entlastung für Gelenke, Bänder und Sehnen
Beim Radfahren trägt der Sattel 70 bis 80 Prozent des Körpergewichts. Daher ist Radfahren ideal für Menschen, die aufgrund bereits bestehender oder drohender Beschwerden an Hüft-, Knie- oder Sprunggelenken keine anderen Sportarten wie beispielsweise Joggen ausüben können. Auch nach einer Meniskus- oder Kreuzbandoperation ist Radeln eine der ersten Sportarten, die schonend das Gelenk wieder beweglicher macht und die Muskeln kräftigt. Dies ist ideal, um einer Rückbildung der Muskulatur vorzubeugen. Zudem sorgen die zyklischen Bewegungen beim Fahren für eine optimale Ernährung der Gelenkknorpel. Das heißt: Wer sich regelmäßig aufs Rad schwingt, beugt einer Arthrose vor und sorgt dafür, dass die Fortbewegung auf den eigenen zwei Beinen auch im Alter keine Probleme bereitet.
Richtig Rad fahren
Die Voraussetzung für die wohltuende Wirkung des Radfahrens auf Ihre Gesundheit ist allerdings die für Sie individuell richtige Einstellung Ihres Fahrrads und ein systematisches und regelmäßiges Training ohne sich zu überanstrengen.
Machen Sie es wie die Zwiebel
Vor allem im Herbst gilt beim Radfahren das „Zwiebelprinzip“, also mehrere Schichten Kleidung, die bei Bedarf aus- und angezogen werden können. Wichtig sind ein atmungsaktives Funktionsunterhemd, das die Hautfeuchtigkeit abtransportiert, dann ein Trikot und eine Funktionsjacke. Auch eine leichte wind- und wasserdichte Regenjacke gehört mit in den Rucksack.
Trinken Sie genügend
Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hierfür eignen sich als Getränkereserven natriumhaltiges Mineralwasser oder Saftschorle im Verhältnis 1:1 bis 1:3. Ein zweiter Trinkflaschenbehälter hilft die „Durststrecken“ zu überwinden.
Flüssigkeitsbedarf am Tag
Unser Körper besteht zu rund 60% aus Wasser. Je mehr wir beim Sport schwitzen, desto mehr Flüssigkeit verlieren wir. Ohne regelmäßige Flüssigkeitszufuhr käme es so bei Sportlern zu einem starken Leistungsabfall – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als tägliche Flüssigkeitszufuhr ca. 35 ml pro kg Körpergewicht. Ein 75 kg schwerer Mensch sollte also am Tag mindestens 2,6 Liter aufnehmen. Etwa 1 Liter enthält die feste Nahrung, so dass 1,6 Liter noch übers Trinken zu decken sind. Abhängig von der Intensität der sportlichen Betätigung, z.B. bei steilen Anstiegen beim Radfahren, steigt dieser Flüssigkeitsbedarf.