Aquafitness


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Schonendes Training für Wirbelsäule und Gelenke

Aquafitness – Gymnastik und Training im Wasser – liegt im Trend. Wo man sich früher mit einfachem Wassertreten begnügen musste, hat die Fitnessbranche heute ein breit gefächertes Angebot an Wassersportarten entwickelt: Aqua-Jogging, Aqua-Walking, Aquarobic, Aqua-Stepp bis hin zu Aquacycling.

Aqua-Jogging

Wie der Name schon sagt, ist Aquajogging eine Art Lauftraining, nur eben im tiefen Wasser ohne Bodenkontakt. Entwickelt wurde es in den USA, um ein sportliches Training nach Verletzungen zu ermöglichen. Besonders Personen mit Gelenkproblemen profitieren von der schwerelosen Bewegung im nassen Elelement. Einziger Nachteil: Man braucht einen speziellen Schaumstoffgürtel (Aquagürtel), der für den nötigen Auftrieb sorgt. In vielen Schwimmbädern kann man die nötigen Hilfsmittel kostenlos ausleihen. Wenn Sie noch keine gesehen haben, lohnt es sich, den Bademeister danach zu fragen. In den meisten Fitnesskursen wird das entsprechende Zubehör kostenlos zur Verfügung gestellt. Ansonsten bekommt man den Aquagürtel ab 20,00 Euro im Sportgeschäft. Als einfache Alternative kommt auch eine biegsame Aqua-Poolnudel (ab 3,00 Euro) in Frage, die ebenfalls als Auftriebshilfe und als „Springseil“ dienen kann.

Einstieg

Für Anfänger am schwierigsten ist die Körperhaltung in der Schwerelosigkeit. Deshalb ist ein Kurs empfehlenswert, bei dem man die verschiedenen Techniken erlernt. Während man läuft, ist der Oberkörper leicht nach vorn gebeugt, die Arme sind angewinkelt und schwingen locker an der Seite mit. Hat man die richtige Balance gefunden und die ersten feuchten Joggingrunden hinter sich, kann man sich den technischen Feinheiten widmen, die dieser Sport bietet: Wie bei der Leichtathletik sind Kniehebeläufe, Anfersen und sogar Hürdenlaufen möglich.

Nutzen

Besonders wertvoll ist Aqua-Jogging im therapeutischen Bereich. Bei Gelenkbeschwerden wie bei Arthrose im Kniegelenk ermöglicht es zunächst Bewegung und vermindert die Schmerzen, indem es den Aufbau unterentwickelter Muskulatur um das Gelenk herum fördert. Darüber hinaus aktiviert es die Regeneration und die Bildung neuen Knorpels – sofern noch aktive Knorpelzellen vorhanden sind – und die bessere Versorgung der Gelenke mit Nährstoffen. Ähnlich wie beim Saunabesuch oder bei Kneippgüssen wird beim Aqua-Jogging das Gefäßsystem trainiert. Gefäßschäden bei Diabetikern lassen sich durch vermehrte Bewegung teilweise sogar wieder beheben. Zusätzlich fördert dieser Sport die Bildung neuer, sehr feiner Blutgefäße. Dadurch kann das Gewebe, speziell an Füßen und Beinen, besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Was Sie beachten sollten:

  • Aqua-Jogging ist nichts für Nichtschwimmer. Denn im Notfall reicht der Auftrieb durch den Schaumstoffgürtel nicht aus.
  • Beim Aqua-Jogging kommt es nicht auf Schnelligkeit an. Denn es ist nicht Sinn der Sache, als Erster die andere Seite des Beckenrandes zu erreichen. Wichtiger ist es, die Übungen richtig auszuführen.
  • Wenn Sie unter Herz-Kreislauf-Problemen leiden, sollten Sie sich vor Trainingsbeginn mit Ihrem Arzt abstimmen.

Weitere Aqua-Sportarten

Nachfolgend eine kleine Übersicht über die wichtigsten Aqua-Sportarten:

Aqua-Walking

Beim Aqua-Walking werden Geh- und Laufbewegungen im knietiefen Wasser so ausgeführt, dass der Bodenkontakt erhalten bleibt. Insbesondere eignet sich Aqua-Walking bei Hüft- oder Kniegelenksproblemen, für Neueinsteiger und für Senioren. Aqua-Walking kann außerdem als Training für Reha-Patienten, für Übergewichtige und als begleitende Therapie bei Menschen mit Arthrose und Rheuma eingesetzt werden. Das Gehen bzw. Laufen im knietiefen Wasser verbessert die Ausdauer und die Koordination und fördert gleichzeitig die Entspannung. Auch im präventiven Bereich lässt sich Aqua-Walking bestens anwenden.

Aquarobic

Als Aquarobic bezeichnet man die Wasservariante des Aerobic. Aquarobic trainiert Bauch-, Brust- und Oberarmmuskeln. Die allgemeine Ausdauer und das Rhythmusgefühl werden ebenfalls verbessert. Die Bewegungen werden wiederholt und mit mittlerer bis schneller Geschwindigkeit gegen den Wasserwiderstand ausgeführt. Die Intensität lässt sich durch sogenannte Aqua-Mittis (Handschuhe) noch steigern. Schwimmbretter, Beckengurte, Gummihanteln, Paddel und Poolnudeln gehören zur Ausrüstung dazu. Doch Vorsicht: Bluthochdruck- und Herzpatienten sollten Aquarobic nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt ausüben.

Aqua-Stepp

Stepp-Aerobic gehört mittlerweile in jedem Fitness-Studio zum Pflichtprogramm. „An Land“ werden die Gelenke dabei oft belastet. Die Wasservariante ist die weitaus gelenkschonendere. Aqua-Stepp wird mit Hilfe einer kleinen Plattform durchgeführt, auf der wie auf einer Treppenstufe im Wechsel Auf- und Abschritte gemacht werden. Durch dieses Training werden besonders die Beine gekräftigt und geformt, was Frauen sehr zu schätzen wissen. Aqua-Stepp fördert zudem die Ausdauer und Koordination und hat sich als Herz-Kreislauf-Training bewährt.

Aqua-Boxing

Beim Aqua-Boxing oder Aqua-Drill handelt es sich um ein intensives Training im Wasser, das mit fernöstlichen und westlichen Kampfsportbewegungen im Wasser ohne Gegner kombiniert wird. Speziell entwickelte Boxhandschuhe, sogenannte Box-Gloves, können für dieses Training eingesetzt werden. Beliebt ist Aqua-Boxing bei Männern. Sie nutzen das Training, um Stress abzubauen und ihr inneres Gleichgewicht wiederherzustellen. Aqua-Boxing trainiert den ganzen Körper, vor allem Beweglichkeit und Körperbeherrschung. Die Kraftausdauer wird ebenfalls gesteigert.

Aqua-Dancing

Beim Aqua-Dancing kommt bei Musik und Tanzen im Wasser der Spaß von ganz alleine. Die Musik ist Motivationsinstrument. Man bewegt sich spielerisch und wiederholt die Bewegungsfolgen, die unter Anleitung durchgeführt werden.

Aqua-Relaxing

Verschiedene Entspannungsmöglichkeiten im Wasser, wie langsame Dehnübungen und Massagen, bezeichnet man als Aqua-Relaxing. Eine Wassertemperatur von 32 bis 35 Grad Celsius ist erforderlich, damit der Körper nicht auskühlt. Aqua-Relaxing kann man alleine oder zu zweit ausführen.

Aqua-Power

Diese Variante hat das Ziel, die Kraftausdauer zu verbessern und das Bindegewebe zu straffen. Im Mittelpunkt stehen dabei Bewegungsübungen mit Hanteln oder anderen Geräten, die die Schulter- und Armmuskulatur sowie die Brust- und Rückenmuskulatur stärken. 

Aquaball

Aquaball ist die „körperlose“ Variante des Mannschaftsspiels Wasserball. Zwei Mannschaften mit je vier Spielern, treten im flachen, brusttiefen Wasser gegeneinander an. Die Spieler versuchen, den Ball durch schnelles Passspiel in das gegnerische Tor zu befördern. Schwimmen, Laufen und Springen sind erlaubt. Sieger ist die Mannschaft, die nach einer Spieldauer von 2 x 7 Minuten die meisten Tore erzielt hat.

Aquacycling

Der neueste Trend heißt Aquacycling – Radfahren im Wasser. Beim Training auf dem „Hydrobike“ werden die klassischen Prinzipien des Radfahrens mit der gesunden und angenehmen Wirkung des Wassers verbunden. Das trainiert die Ausdauer und kräftigt die  Gesäß- und Beinmuskulatur. Gezielte Übungen für den gesamten Oberkörper werden zum Teil mit in das Programm eingebaut. Die Bewegungsabläufe sind relativ einfach und schnell zu erlernen. Sie werden zum Musikrhythmus ausgeführt und von speziell ausgebildeten Trainern gezeigt.

Bitte beachten Sie

Wassergymnastik hat sehr viele positive Eigenschaften, wie die Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur. Auch die Beweglichkeit der Gelenke wird im Wasser auf schonende Weise trainiert. Kraft und Ausdauer werden verbessert. Und das Immunsystem wird gestärkt, so dass Erkältungen und Atemwegserkrankungen vorgebeugt wird. Bei Bluthochdruck und Herzbeschwerden sollten Sie mit Aqua-Fitness vorsichtig sein und vor Beginn Ihren behandelnden Arzt fragen. 

Beihilfe und Kassenleistungen sind nur für Aufwendungen im Krankheitsfall möglich. Die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) sieht für Präventionsmaßnahmen, z.B. Muskeltraining, Bewegungstraining und auch Aquafitness-Kurse, keine Übernahme der Kosten vor. Trotzdem möchten wir es nicht versäumen, Sie über aktuelle Trends im Sportbereich zu informieren.

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