Mineralstoffe

Für den Körper haben Mineralstoffe eine ähnlich wichtige Funktion wie Vitamine. Sie werden vom Körper nicht selbst produziert, sondern müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Stehen nicht genug Mineralstoffe zur Verfügung, entwickeln sich schwerwiegende Mangelerscheinungen wie Muskelschwund oder Osteoporose. Als nichtorganische Stoffe sind Mineralstoffe sehr stabil und vertragen zum Beispiel Hitze und lange Lagerung. Überdosierung können jedoch teilweise gefährliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Funktion im Körper

Bisher wurden über zwanzig Mineralstoffe als lebenswichtig für den menschlichen Organismus erkannt. Am bedeutendsten sind Calcium, Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium und Phosphor sowie Zink, Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän, Kobalt, Selen, Fluor, Jod und Eisen. Im menschlichen Körper sind sie an einer Vielzahl von Prozessen und Funktion beteiligt: Sie fördern Aufbau und Erneuerung von Knochen und Zähnen sowie von Binde- und Stützgewebe, regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt mit, unterstützen Blut- und Zellneubildung und spielen ein wichtige Rolle bei Enzymreaktionen.

Sind Spurenelemente auch Mineralstoffe?

Wer sich mit dem Thema "gesunde Ernährung" beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff Spurenelemente. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine bestimmte Gruppe von Mineralstoffen. Dazu gehören Zink, Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän, Kobalt, Selen, Fluor, Jod und Eisen. Sie liegen im menschlichen Körper nur in sehr geringen Mengen von weniger als 50 Milligramm pro Kilogramm vor. Das Mengenelement Calcium macht dagegen gut ein Kilo des menschlichen Körpergewichts aus. Trotz der winzigen Menge sind Spurenelemente genauso wichtig für den Organismus wie Calcium oder Magnesium.

Die wichtigsten Mineralstoffe und Spurenelemente

Name

Funktion

empfohlener Tagesbedarf 

Quellen

Calcium

verantwortlich für Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen; wichtig für die Blutgerinnung und für die Muskeln


900-1200 mg

Milch und Milchprodukte, calciumreiche Mineralwässer

Chlorid

beteiligt an der Regulierung des Wasserhaushalts und des Säure-Base-Haushaltes; wichtigster Bestandteil des Magensafts

800 mg

Kochsalz;in allen salzig schmeckenden Lebensmitteln 

Natrium

beteiligt an der Regulierung des Wasserhaushalts, wichtig für die Funktion der Nervenzellen

500 mg

Kochsalz; in allen salzig schmeckenden Lebensmitteln

Kalium

beteiligt an der Regulierung des Wasserhaushalts, am Aufbau von Eiweiß-Verbindungen und der Verwertung von Kohlehydraten

2 g

Bananen, Aprikosen, Pflaumen, Gemüse, Kartoffeln, Milch und Milchprodukte, Fleisch und Fisch

Magnesium

Schlüsselfunktion bei der Bereitstellung von Energie, in den Eiweiß-, Fett- und Kohlehydratstoffwechsel integriert, wichtig für das Nervensystem

350 mg

Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse und Schokolade

Phosphor  Phosphate

wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen, beteiligt an der Energiege-winnung und -verwertung

800 - 1300 mg

Kartoffeln, Weizen, Sojaprodukte, Brot, Milch, Fleisch- und Wurstwaren, Eier

Chrom

wichtig für den Kohlehydratstoffwechsel, v.a. der Zucker-verwertung

30-100 µg

Kartoffeln, Nüsse, Gemüse, Vollkornprodukte und Obst

Eisen

Baustein des roten Blutfarbstoffes, für die Sauerstoff-versorgung und Blutbildung wichtig; Enzymbestandteil

10-15 mg

Leber, Fleisch- und Wurstwaren, Spinat, Mangold, Schwarzwurzeln. In Kombination mit Vitamin C kann Eisen vom Körper besonders gut aufgenommen werden

Jod

wichtig für die Schilddrüsenfunktion und damit für die Regulierung von Stoffwechsel und Körpertemperatur

200 µg

Seefisch, Milch und Milchprodukte, jodiertes Kochsalz

Mangan

Enzymaktivator, am Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel beteiligt, sehr wichtig für die Knochenentwicklung

2,5 mg

Sojabohnen, Bananen, grünes Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte, Tee

Molybdän

Beteiligt am Kohlehydrat-, Fett- und Eisenstoff-wechsel

50 - 100 µg

Blumenkohl, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte

Selen

Radikalenfänger wichtig für Gewebeelastizität

0,05- 0,2 mg

Nüsse, Getreide, Leber, Fisch, Fleisch, Milch, Eier

Silicium

wichtig für Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Haare, Nägel und Zähne

30 - 70 µg

Getreideprodukte, grüne Bohnen, Gurken, Tomaten

ZinkEnzymbestandteil und -aktivator, wichtig für das Immunsystem und die Wundheilung, beteiligt am Aufbau der DNA, Schlüsselrolle im Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel15 mgFleisch, Milch und Milchprodukte, Vollkornprodukte, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Schalentiere


Mineralstoffmangel
ein Problem in Deutschland?

Obwohl wir viele der genannten Mineralstoffe nur in winzigen Mengen zu uns nehmen müssen, stellen Ernährungsexperten immer wieder einen Mangelversorgung fest. Davon sind vor allem Calcium, Jod, Eisen, Zink und Magnesium betroffen. Die Gründe sind vielfältig: Der Mineralstoffgehalt eines Lebensmittels hängt stark mit seinen Wachstumsbedingungen und mit der Art der Verarbeitung zusammen. Einige Mineralstoffe werden vom Körper schlecht aufgenommen, zum Beispiel Eisen. In manchen Lebenssituationen wie der Schwangerschaft besteht ein besonders hoher Bedarf an bestimmten Mineralstoffen, hier vor allem Jod. Die Hauptursache für Mangelerscheinungen ist jedoch eine unausgewogene Ernährung.

Muskelkrämpfe, Abgeschlagenheit und eine Neigung zu Infektionen können Hinweise auf eine mangelhafte Versorgung mit bestimmten Mineralstoffen sein. Viele greifen dann zur Selbstmedikation durch Mineralstoffpräparate. Empfehlenswerter ist eine kritische Analyse des eigenen Ernährungsverhaltens: Oft lässt sich schon mit einem verbesserten Trinkverhalten und mehr Obst und Gemüse auf dem Speiseplan Abhilfe schaffen. Der Körper nimmt Mineralien und Vitamine, die ihm mit der Nahrung zugeführt werden, deutlich besser auf. Außerdem besteht bei Mineralstoffpräparaten die Gefahr der Überdosierung, diese kann bei manchen Mineralstoffen ein Risiko für Ihre Gesundheit darstellen.

Befürchten Sie trotz ausgewogener Ernährung an einem Mineralstoffmangel zu leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt reden. Er wird mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

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