Über 60 Prozent des menschlichen Körpers besteht aus Wasser. Verliert der Körper zwei Prozent seines Gewichts an Wasser, wird die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt. Bei 10 Prozent treten Orientierungs- und Bewegungsstörung auf. Nach drei bis vier Tagen ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr stirbt man. Wer ständig zu wenig trinkt, schadet seinen Nieren, seinem Immunsystem genauso wie seiner Verdauung und seinem Gehirn. Ein ausgewogener Flüssigkeitshaushalt ist deshalb grundlegend für unser Wohlbefinden.
Ohne Wasser funktioniert in unserem Körper sehr schnell nichts mehr. Es dient dem Transport von lebenswichtigen Stoffen und Zellen, der Entsorgung von Stoffwechselprodukten und bildet die Grundlage des Zellinhaltes. Außerdem ist es ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Temperaturregulation. Dadurch verliert Ihr Körper ständig Wasser und muss seine Reservoire nachfüllen. Bleibt der Nachschub aus, beginnt der Organismus Wasser zu sparen. Die Harnproduktion und damit der Abtransport von Abfall- und Schadstoffen werden eingeschränkt. Der Stuhl wird hart, es entwickelt sich eine Verstopfung. Die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff verschlechtert sich. Kopfschmerzen, Vergiftungserscheinungen, Muskelkrämpfe und Verwirrtheitszustände sind die Folge.
An einem normalen Tag benötigt der Körper rund drei Liter Flüssigkeit. Bei Hitze und starker körperlicher Anstrengung sind es deutlich mehr. Ungefähr 1, 5 Liter Flüssigkeit nimmt man über die Nahrung zu sich, denn auch Lebensmittel bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Die fehlende Menge, mindestens 1,5 Liter am Tag, müssen wir trinken. Und das am besten in Form von Leitungs- oder Mineralwasser. Für Abwechslung sorgen Saftschorlen und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.
Auch Kaffee, schwarzer und grüner Tee liefern ihren Beitrag zum Flüssigkeitshaushalt. Als Durstlöscher sind sie aber wegen ihrer Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System nicht uneingeschränkt geeignet. Der regelmäßige Konsum von bis zu vier Tassen am Tag ist für Ihre Gesundheit aber ungefährlich.
Rettungsdienste, Krankenhäuser und Altenheime kennen das Problem: Im Sommer steigt die Zahl alter Menschen, die wegen Kreislaufproblemen, Schwindelanfällen oder Verwirrtheitszuständen versorgt werden müssen. Ursache ist in vielen Fällen akuter Flüssigkeitsmangel, medizinisch Dehydratation oder Austrocknung. Flüssigkeitsmangel ist aber nicht nur im Sommer ein Problem alter Menschen, wegen des durch die Hitze erhöhten Bedarfs wird es nur besonders sichtbar.
Studien zeigen, dass die meisten ältere Menschen zu wenig trinken. Das Durstgefühl lässt im Alter nach und zeigt den Flüssigkeitsbedarf nicht mehr verlässlich an. Verschlimmert wird dieses natürliche Phänomen vielfach durch eine absichtliche Umstellung der Trinkgewohnheiten: Aus Angst vor nächtlichen Toilettengängen oder vor Inkontinenz reduzieren Senioren ihre Flüssigkeitsaufnahme zusätzlich. Den meisten dürften die Folgen dieser dauerhaften Unterversorgung nicht klar sein: Antriebsschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zur Demenz, Schwäche- und Schwindelanfälle, Harnwegerkrankungen und andere Infektionskrankheiten treten schneller auf, als man glaubt. Häufig werden diese Symptome fälschlicherweise als typische Alterserscheinung wahrgenommen und entsprechend behandelt.
Beobachten Sie an sich oder Angehörigen die beschriebenen Krankheitszeichen, sollten Sie unbedingt das Trinkverhalten überprüfen! Oft lässt sich schon durch die Steigerung der Flüssigkeitsaufnahme der Zustand alter Menschen deutlich verbessern.
Wer ausreichend trinken will, sollte sich nicht ausschließlich auf sein Durstgefühl verlassen. Aber mit ganz einfachen Tricks können Sie Ihr tägliches Trinkpensum problemlos schaffen: