Mini-Defibrillator

Ein implantierbarer Kardioverter-Defbrillator (ICD), auch Mini-Defibrillator genannt, ist eine Art Schrittmacher, also ein Gerät zur Unterbrechung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen, das elektrische Impulse aussendet.

Notarzt über dem Herzen

Das Einsetzen des Defibrillators, der etwa so groß wie eine Streichholzschachtel ist, führt ein Herzchirurg oder ein Kardiologe in Vollnarkose durch. Das Gerät wird unter die Haut und über dem Brustmuskel eingepflanzt und steht über Drähte in Verbindung mit dem Herzen. Bei Bedarf wird ein Stromschlag an die Herzmuskulatur abgegeben. Im Gegensatz zu externen Defibrillatoren, die Stromstöße bis zu 360 Joule – die 70-fache Ladung eines Elektrozauns – abgeben, kommt der ICD mit 30 Joule aus, wenn er eingreifen muss.

Funktion

Der ICD überwacht permanent die Herztätigkeit. Seine Hauptaufgaben bestehen darin,

  • Rhythmusstörungen zu erkennen und zu überwachen,
  • bei ventrikulären Tachykardien einzelne, schwache elektrische Impulse abzugeben, die vom Patienten nicht wahrgenommen werden,
  • bei schwersten, auch lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen eine geballte elektrische Ladung abzuschießen (diesen Energieimpuls nimmt der Patient als heftigen Ruck, Stoß oder auch Schlag im Brustkorb wahr),
  • Daten aufzuzeichnen und zu speichern sowie
  • einen kritischen Pulsabfall zu verhindern.

Nachkontrollen zum Überprüfen des Gerätestatus und der Programmierung muss der Kardiologe regelmäßig durchführen. Dies geschieht ohne einen weiteren Eingriff. Aus dem winzigen Speicher des Defibrillators ruft der Kardiologe dabei Daten ab, um jede Rhythmusstörung in den vergangenen Monaten zu erkennen und zu analysieren, auch solche, die der Patient gar nicht wahrgenommen hat. Aufgrund der gewonnenen Daten stellt der Arzt den Mini-Defibrillator individuell auf den Patienten ein.

Bewusst leben

Nach der Operation sollte man keine „Klimmzüge“ machen und sich körperlich nicht überanstrengen. Erst wenn der ca. 5 Zentimeter lange Schnitt unter dem Schlüsselbein vernarbt ist, kann man langsam beginnen, moderat Sport zu treiben, z. B. Fahrrad fahren. Sportliche Aktivitäten sollte man unbedingt vorher mit dem Arzt absprechen.

Es gibt Patienten, die den Defibrillator als Fremdkörper in der Brust wahrnehmen. Daraus können sich psychische Belastungen ergeben. In Selbsthilfegruppen kann man mit anderen Betroffenen über dieses Thema sprechen und Unterstützung finden, In einigen Fällen kann es ratsam sein, professionelle Hilfe und psychische Betreuung in Anspruch zu nehmen.

Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem operativen Eingriff lassen sich Risiken nicht vollständig ausschließen. In seltenen Fällen können Komplikationen wie Wundinfektionen oder Lungenverletzungen auftreten. Hierüber wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Unterschied zum Herzschrittmacher

Herzrhythmusstörungen kann man alternativ auch mit einem Herzschrittmacher behandeln. Im Unterschied zu einem implantierbaren Defibrillator setzt der Kardiologe diesen jedoch ein, wenn das Herz zu langsam schlägt oder Aussetzer auftreten.

Eine Heilung der Herzschwäche ist mit dem Defibrillator nicht möglich. Aber in Notfällen kann er Patienten vor dem plötzlichen Herztod bewahren.

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