Brustkrebs (Mammakarzinom) ist in Deutschland die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen. Männer können ebenfalls an Brustkrebs erkranken, wenn auch nur sehr selten. Schätzungen liegen zurzeit im Jahr bei bis zu 500 Fällen in Deutschland, was ungefähr einem Prozent aller Brustkrebsfälle entspricht. Die Möglichkeiten, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen, sind gut. Das durchschnittliche Alter der Diagnosestellung bei Frauen liegt bei 62 Jahren, das der Männer bei circa 70 Jahren. Da Brustkrebs bei Männern noch die Ausnahme darstellt, wird dieser allerdings häufig erst in einem fortgeschrittenerem Stadium entdeckt.
Bei Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung wird üblicherweise eine Mammografie durchgeführt. Diese dient der Abklärung tumorverdächtiger Befunde, welche beispielsweise eine Aussonderung aus der Brustwarze oder ein tastbarer Knoten sein können. Die Mammografie ist ein radiologisches Verfahren und wird an speziellen Röntgengeräten durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt in der sogenannten Weichstrahltechnik. Dies ermöglicht kontrastreichere Aufnahmen als bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen mit harter Strahlung. Somit können auch kleine, nicht tastbare Gewebeformationen erkannt werden. Bei der Aufnahme wird eine extrem räumliche Auflösung erzeugt, die auch die Analyse von kleinsten Knötchen oder Verkalkungen im Brustgewebe ermöglicht. Jede Brust wird aus zwei oder mehr Richtungen aufgenommen, meist von oben und schräg seitlich. Je nach Aufnahmeergebnis können noch weitere Detailaufnahmen, z. B. Feinfokus-Vergrößerungsaufnahmen, zur Bildanalyse und damit für die Diagnosestellung notwendig sein.
Die Strahlenbelastung bei einer Mammografie soll möglichst gering gehalten werden. Dies wird durch die manchmal schmerzhafte Kompression der Brust erreicht. Durch das Pressen wird das Brustgewebe „aufgefächert“ und es kann mehr Gewebe auf einmal dargestellt und analysiert werden. Soll bei einer Mammografie zusätzlich das Milchgangsystem der Brustdrüsen untersucht werden, werden Kontrastmittel eingesetzt. Ergibt sich aus der Mammografie kein eindeutiger Befund, kann es zu weiteren Untersuchungen kommen – beispielsweise eine Magnetresonanztomographie oder eine Ultraschalluntersuchung.
Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung, das bedeutet, dass eine Strahlenbelastung entsteht. Daher sollte eine Mammografie ausschließlich im konkreten Verdachtsfall eingesetzt werden. Bitte wenden Sie sich bei Detailfragen an Ihren behandelnden Arzt.
Für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren wurde das Mammografie-Screening-Programm eingeführt, da sie am häufigsten von einer Brustkrebsneuerkrankung betroffen sind. Zum Screening werden sie per Brief eingeladen. Das Mammografie-Sreening ist eine europaweite Initiative, die festgeschriebenen Qualitätsregeln unterliegt und in speziellen Untersuchungseinrichtungen durchgeführt wird. Es kann nicht die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt ersetzen. Die Kosten eines Mammografie-Sceenings für die genannte Altersgruppe erstatten wir. Ob eine Frau jedoch auch ohne konkreten Verdachtsfall ein Mammografie-Screening durchführen lassen möchte, ist eine persönliche Entscheidung.