Laparoskopie

Vollnarkose, Schläuche und Gas im Bauch – für Betroffene ist die Aussicht auf eine Laparoskopie oft eher beängstigend. Im Gegensatz zu einem Bauchschnitt belastet das auch als Bauchspiegelung bekannte diagnostische und chirurgische Verfahren den Patienten aber sehr viel weniger. Als schonende, minimalinvasive Methode (Operation mit kleinsten Schnitten) wird die Laparoskopie seit über zwanzig Jahren immer öfter und auf immer mehr Gebieten eingesetzt. Komplikationen sind selten.

Erstmals durchgeführt wurde eine Laparoskopie schon 1911. Damit gehört das Verfahren zu den ältesten bildgebenden Diagnosemethoden in der Medizin. Heute wird das Verfahren von Gynäkologen, Urologen und Internisten eingesetzt, um den Zustand von Organen und Gewebestrukturen im Oberbauch zu beurteilen. Mit der Entwicklung nicht-invasiver Techniken wie Ultraschall, Magnetresonanz- und Computertomografie trat die Laparoskopie als Diagnoseverfahren etwas in den Hintergrund. Erst in den 1980er-Jahren entdeckten Internisten das chirurgische Potenzial der Methode: Für die Entfernung einer Gallenblase wurde die Laparoskopie erstmals als chirurgisches Verfahren genutzt. Seitdem sind die eingesetzten Geräte immer dünner geworden, so dass man heute ganz zu Recht von einem minimalinvasivem Verfahren sprechen kann.

Schonendes Operationsverfahren

Im Grunde beschreibt der deutsche Begriff „Bauchspiegelung“ sehr bildlich, was bei einer Laparoskopie geschieht: Das Innere des Bauchraums wird durch ein optisches Instrument, wie einem Spiegel oder einer Lupe, für den Untersuchenden sichtbar gemacht.

Der konkrete Ablauf einer Laparoskopie oder einer laparoskopischen Operation hängt vom Untersuchungsgegenstand ab. Das grundlegende Vorgehen ist aber im Prinzip immer gleich: Unter Vollnarkose wird ein bis zu zwei Zentimeter langer Bauchschnitt durchgeführt, durch den dann mit einem Führinstrument die Untersuchungs- und Operationsinstrumente in den Bauchraum eingebracht werden. Sie bestehen meist aus dem Laparoskop, dem eigentlichen optischen Instrument, einer Lichtquelle und einer Videokamera. Über die Kamera werden die vergrößerten Aufnahmen auf einen Monitor übertragen. Hier stellt der Arzt die Diagnose und steuert die Instrumente. Wird auch operiert, werden die chirurgischen Instrumente über zusätzliche Mini-Bauchschnitte eingeführt. Dieses minimalinvasive Operationsverfahren ist sehr viel schonender als eine Operation mit klassischem Bauchschnitt.

Um bessere Sicht und einen größeren Manövrierraum zu erhalten, wird der Bauchraum vor der eigentlichen Laparoskopie oft mit Gas, meist Kohlendioxid, aufgepumpt. Nach Beendigung der Operation werden die Instrumente behutsam entfernt und die Schnitte mit wenigen Nähten verschlossen. Das verbliebene Gas wird vom Körper aufgenommen und über die Lungen abgeatmet. Je nach Art des Eingriffs erfolgt die Entlassung nach ein bis drei Tagen. Nach einer Woche werden die Fäden entfernt.

Häufigste Anwendung bei folgenden Indikationen:

  • Unklarer Befund der Bauchorgane, z. B. unklare Bauchschmerzen
  • Gynäkologische Probleme, z. B. Endometriose, Zysten der Eierstöcke etc.
  • Entfernung der Gallenblase
  • Entfernung des Blinddarms
  • Lösen von Verwachsungen im Bauchraum
  • Beurteilung von Tumoren
  • Entnahme einer Gewebeprobe

Minimales Risiko

Ein wichtiger Grund für die stetig wachsende Beliebtheit der Laparoskopie ist - neben der geringeren Belastung des Patienten - ihr niedrige Komplikationsrate. Sie liegt bei knapp 2 Prozent. Damit im Fall des Falles wirklich alles gut klappt, sollten Sie sich unbedingt an die Anweisung Ihres Arztes halten. Verpassen Sie deswegen auf keinen Fall die Nachsorgeuntersuchung, auch wenn Sie sich fit fühlen.

nach oben