Die moderne Medizin ist ständig auf der Suche nach neuen Behandlungs- und Diagnosemethoden, die effektiver und gleichzeitig schonender für den Patienten sind. Eine Technik, die sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen durchgesetzt hat, ist die Endoskopie. Sie stellt heute einen wesentlichen Teil der minimal-invasiven Chirurgie dar und wird von Internisten genauso genutzt, wie von Sportmedizinern oder Gynäkologen.
Die Endoskopie ist ein optisches Untersuchungs- und Behandlungsverfahren mit dem Ärzte das Innere des menschlichen Körpers untersuchen können. Es leitet sich vom Griechischen ab: end(o) = innen, darinnen; scopein = betrachten, untersuchen. 1850/51 hat Hermann von Helmholtz als erster die Spiegelungstechnik als Untersuchungsmethode eingesetzt. Er entwickelte den Augenspiegel, mit dem er ins Augeninnere sehen konnte. Auch wenn sich der Aufbau heutiger Endoskope hiervon wesentlich unterscheidet, wird er als erster Anwender der Endoskopie angesehen.
Ein Endoskop wird über eine natürliche Körperöffnung (z. B. Mund oder Anus) in das Körperinnere eingeführt. Wenn dies nicht möglich ist, kann auch eine künstliche Körperöffnung (Hautschnitt) geschaffen werden. Ob der Patient überhaupt narkotisiert wird, oder ob er eine lokale Betäubung beziehungsweise eine Vollnarkose erhält, hängt vom Eingriff ab. Meistens arbeiten die Ärzte mit flexiblen Endoskopen, die schlauchartig geformt sind. Der so genannte Instrumentenkopf enthält eine Art Videokamera und eine Lichtquelle. Am Ende des Endoskops befindet sich ein Videochip, der die Live-Bilder aus dem Körperinnern auf einen Bildschirm überträgt. Um diese Untersuchungstechnik durch eine Behandlungsmöglichkeit zu erweitern, besitzen Endoskope in der Regel einen zusätzlichen Arbeitskanal. Über diesen Arbeitskanal können beispielsweise Flüssigkeiten abgesaugt oder medizinische Instrumente im Körperinnern genutzt werden. Beispiele hierfür sind:
Die Endoskopie findet heutzutage in praktisch allen medizinischen Gebieten Anwendung. Sie hat sich als besonders schonende Behandlungsmethode bewährt und liefert äußerst exakte Untersuchungsergebnisse. Endoskope werden zur Untersuchung des Verdauungstrakts (z.B. Magen- oder Darmspiegelung) genauso genutzt wie zur Analyse der Luftwege, der Brusthöhle (z.B. Thorakoskopie), der Bauchhöhle oder der Gelenke (z. B. Kniespiegelung).
Die Endoskopie gehört heute zu den diagnostischen Standarduntersuchungen und verursacht in den meisten Fällen keinerlei Komplikationen. Gerade wenn die Endoskopie ohne künstlichen Hautschnitt auskommt, ist sie zumeist schmerzfrei. Dennoch kann es vorkommen, dass z.B. Gewebe durch Endoskopie geschädigt wird (z. B. Reizung von Schleimhäuten). Bei der Verwendung von Narkosemitteln können, wie bei jedem anderen Eingriff auch, Nebenwirkungen auftreten. Besonderer Vorteil der Endoskopie, beispielsweise in der minimal-invasiven Chirurgie, ist die Möglichkeit, Eingriffe vermehrt ambulant beziehungsweise ohne Vollnarkose durchführen zu können. Dies ist nicht nur kostensparend, sondern vor allem für den Patienten sehr viel angenehmer. Darüber hinaus können bei einer Endoskopie Untersuchung und Behandlung häufig beim selbem Eingriff durchgeführt werden. Aus der modernen Medizin ist die Endoskopie heute nicht mehr wegzudenken.