Bronchoskopie

Bei Verdacht auf Lungenkrebs gehört die Untersuchung der Atemwege, d.h. der Luftröhre und deren Abzweigungen (Bronchien), zu den wichtigsten Standard-Untersuchungsmethoden. Diese Begutachtung oder Spiegelung des Bronchialsystems wird Bronchoskopie genannt, zusammengesetzt aus den griechischen Wortteilen „bronchus“ (= Luftröhre) und „skopein“ (= schauen). Mit Hilfe eines biegsamen oder starren Spezial-Endoskops (Bronchoskop), eines Gerätes mit einer kleinen Kamera, die am Ende eines Schlauches angebracht ist, lassen sich die Atemwege von innen betrachten. Das Bronchoskop enthält zudem ein Stablinsensystem zur Vergrößerung, eine Lichtquelle und meist eine Spül- und Absaugvorrichtung.

Wann eine Bronchoskopie erforderlich ist

Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Bronchien oder Lunge kann eine Bronchoskopie notwendig sein. Angewandt wird sie zur Diagnose bei folgenden Indikationen:

  • Unklare Lungenveränderungen

  • Bronchialtumore

  • Verletzungen und Infektionen der Atemwege

Um Tumore oder entzündliche Erkrankungen nachzuweisen, kann der Arzt die Bronchien zusätzlich mit einer Kochsalzlösung spülen (Bronchiallavage). Im Labor wird die Kochsalzlösung auf Tumorzellen, Pilze oder entzündliche Krankheiten untersucht. Neben der Diagnostik lassen sich durch eine Bronchoskopie auch therapeutische Maßnahmen durchführen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Entfernen von Fremdkörpern (z. B. verschluckte Kleinteile)

  • Absaugen von Sekret (z. B. bei beatmeten Intensivpatienten)

  • Elektro- oder Lasertherapie zur Blutstillung

  • Abtragung von Tumoren

  • Stenteinlage bei Verengungen der Bronchien durch Tumore

  • Lokale Strahlentherapie (endobronchiale Bestrahlung) 

Durchführung

Falls die Untersuchung nicht in Vollnarkose, sondern unter lokaler Betäubung durchgeführt wird, erhält der Patient ein Beruhigungsmittel. Die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums, des Kehlkopfes und der großen Bronchien wird dann lokal betäubt. Eingeführt wird das Bronchoskop durch den Mund oder die Nase und dann in die Luftröhre bis in die Bronchien vorgeschoben. Die Untersuchung kann ein leichtes Druckgefühl oder einen Hustenreiz auslösen, Schmerzen verursacht sie aber normalerweise nicht. Ein wichtiges Ziel der Bronchoskopie ist die Entnahme von kleinen Gewebeproben aus der Lunge, den Bronchien oder Lymphknoten mit Hilfe einer kleinen Zange (Biopsie). Das gewonnene Lungengewebe wird im Anschluss an die Bronchoskopie unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Erst durch die Biopsie kann der Arzt sicher entscheiden, ob es sich um eine Krebserkrankung handelt.  

Risiken im Vorfeld ausschließen

Um im Vorfeld der Untersuchung Erkrankungen, wie massive Lungenfunktionsstörungen, schwere Herzmuskelschwäche, Herzinfarkt und Blutgerinnungsstörungen auszuschließen, wird der Arzt ein Röntgenbild des Brustkorbs und ein EGK machen. Auch die Lungenfunktion wird er prüfen und den Gerinnungsstatus des Blutes bestimmen.

In seltenen Fällen können bei der Bronchoskopie Komplikationen auftreten. Es kann z.B. zu einer Verengung von Bronchien, einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, zu Blutungen, einer Verletzung des Bronchialsystems oder einem Kollaps eines oder beider Lungenflügel kommen.

Neue Entwicklungen

Die sogenannte Autofluoreszenz-Bronchoskopie ermöglicht es, Krebsformen im frühesten Stadium in den zentralen Atemwegen zu entdecken. Das Verfahren nutzt die Tatsache, dass einige Substanzen in menschlichen Zellen mit eigenem Leuchten, also mit Autofluoreszenz, reagieren, wenn man sie mit einfarbigem Licht anstrahlt. Diese Autofluoreszenz wird in hochauflösenden Bildern aufgezeichnet. Weil Tumorgewebe aber nicht leuchtet, sind die Krebszellen auf dem Bild als dunkler Fleck sichtbar.

Die Bronchoskopie wird bei Krankheitsverdacht eingesetzt, ist aber nicht Teil der allgemeinen Vorsorge nach Bundesbeihilfeverordnung und Satzung der PBeaKK.

Bei unklaren Schmerzen im Brustbereich, Atemnot, Gewichtsverlust oder lang anhaltenden Schluckbeschwerden sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt sprechen.

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