Blutspenden – jeder Tropfen zählt

Täglich werden in deutschen Krankenhäusern etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Der Bedarf steigt dabei ständig: Viele Operationen, Transplantationen und Behandlungen von bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich – und hierfür ist Spenderblut obligatorisch. Schätzungsweise jeder dritte Bundesbürger ist einmal in seinem Leben auf Spenderblut angewiesen – momentan spenden jedoch nur knapp vier Prozent der Bevölkerung.

Ablauf einer Blutspende

Blutspenden können Sie in Unikliniken, Krankenhäusern, beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes sowie bei kommunalen und privaten Blutspendediensten. Eine vorherige Anmeldung oder Untersuchung durch Ihren Hausarzt ist nicht nötig.
Eine Blutspende läuft wie folgt ab: Bei der Anmeldung zur Blutspende erhalten Sie ein Formular, auf dem Ihre persönlichen Daten festgehalten werden. Zum Nachweis Ihrer Identität benötigen Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass. Vor jeder Spende erhalten Sie ein Informationsblatt und einen medizinischen Fragebogen zu Ihrem Gesundheitszustand. Denn nur wer gesund ist, darf auch Blut spenden. Falls Sie an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden, ist es daher sehr hilfreich, wenn Sie medizinische Unterlagen zur ersten Untersuchung mitbringen.

Bei der ärztlichen Untersuchung entscheidet ein Arzt über Ihre aktuelle Eignung als Blutspender, indem er mit Ihnen den vorab ausgefüllten Fragebogen durchspricht und Ihren Blutdruck misst. Um eine Blutarmut auszuschließen, wird Ihr Hämoglobinwert kontrolliert: Hierzu wird ein Blutstropfen aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen entnommen. Zusätzlich wird auch Ihre Temperatur gemessen, um mögliche Infektionen auszuschließen. 
Bei der anschließenden Spende werden Ihnen etwa 500 Milliliter Blut entnommen, während Sie ganz entspannt auf einer Entnahmeliege ruhen. Nach fünf bis zehn Minuten ist die eigentliche Blutentnahme beendet. Danach sollten Sie sich 20 bis 30 Minuten entspannen.

Eignung als Spender

Als potentieller Blutspender kommen Sie infrage, wenn Sie zwischen 18 und 69 Jahre alt sind. Bei Ihrer ersten Blutspende dürfen Sie nicht älter als 60 Jahre sein. Weiterhin müssen Sie ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm aufweisen und sich gesund fühlen. Sie sollten einen stabilen Blutdruck und keine Körpertemperatur über 37,5 Grad Celsius haben. Ferner müssen Operationen mindestens vier Wochen zurückliegen. Achten Sie darauf, dass Sie vor der Spende ausreichend gegessen und getrunken haben – jedoch keinesfalls Alkohol. 
Erfüllen Sie diese Voraussetzungen steht Ihrem sozialen Engagement nichts mehr im Wege. Übrigens: Männliche Blutspender dürfen bis zu sechsmal im Jahr spenden, Frauen hingegen nur viermal. Zwischen zwei Blutspenden muss generell ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen – damit sich das entnommene Blut optimal nachbilden kann.

Nachbildung des abgenommen Blutes

Der Verlust Ihres abgenommenen Blutes von etwa 500 Millilitern gleicht Ihr Organismus rasch wieder aus. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), welche für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind, bilden sich innerhalb weniger Tage nach. Das Blutplasma wird ebenfalls kurzfristig regeneriert. Auch die Neubildung der Blutplättchen (Thrombozyten) dauert nur wenige Tage. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) –  insbesondere für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich – werden im Laufe von etwa zwei Monaten neu gebildet. Ihre Leistungsfähigkeit ist während dieser Zeit nicht gemindert.

Eine Spende lohnt sich

Das gute Gefühl zu helfen und eventuell sogar mit Ihrer Spende jemanden das Leben zu retten, sind schon zwei gute Gründe Blut zu spenden. Darüber hinaus wird jede Spende anschließend auf Krankheiten wie HIV, Syphilis, Hepatitis B und C geprüft. Falls Ihr Blut von der Norm abweicht, werden Sie schriftlich informiert.

Haben Sie noch keinen Blutspender-Pass? Dann erhalten Sie diesen bei Ihrer ersten Blutspende. Dieser enthält unter anderem Ihre Blutgruppe und bringt nicht selten bei Unfällen einen entscheidenden Zeitvorteil.  

erstellt am: 31.05.2017